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Laufzeit statt Duration beachten Wie sich Renditen bei Hochzinsanleihen in volatilen Märkten absichern lassen

Börsenhändler an der Nasdaq
Börsenhändler an der Nasdaq: Hochzinsanleihen können im aktuellen Umfeld nach wie vor eine attraktive Renditequelle bieten. | Foto: Imago Images / Xinhua
Roman Gaiser, Head of Fixed Income
and High Yield, EMEA, bei
Columbia Threadneedle Investments

Hochzinsanleihen können gegenüber Investment-Grade-Titeln und Staatsanleihen wie beispielsweise deutschen Bundesanleihen und britischen Staatsanleihen eine höhere Rendite bieten, sodass sie selbst im aktuellen Zinsumfeld eine attraktive Anlagemöglichkeit darstellen.

Ein Großteil der Hochzinsanleihen ist „kündbar“. Der Emittent kann die Anleihe also vor ihrer Endfälligkeit zu vorab festgelegten Zeitpunkten „kündigen“ und die Anleiheinhaber auszahlen, was in der Regel mit einem Aufschlag erfolgt.

Beispielsweise könnte eine Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren nach fünf Jahren kündbar sein. Die Duration einer solchen Anleihe wird zum Kündigungstermin (Call Date) bewertet, sofern zu erwarten ist, dass sie in dem Zeitraum gekündigt wird. Falls die Zinsen jedoch steigen und der Anleihekurs unter den Kündigungskurs fällt, kann sich der Emittent dazu entscheiden, die Anleihe nicht zu kündigen.

Konkret kann dies zu einer Verlängerung der Anleiheduration beziehungsweise höherer Zinssensitivität genau zur falschen Zeit führen – in einem rückläufigen Anleihenmarkt mit steigenden Renditen. Infolgedessen kann sich der Rückgang des Anleihekurses beschleunigen.

Deshalb konzentrieren wir uns bei der Risikosteuerung im Rahmen der Strategie des Threadneedle European Short-term High Yield Bond auf die Laufzeit einer Anleihe anstatt auf ihre Duration. Damit wird die Unberechenbarkeit des Durationsverlängerungsrisikos beseitigt, wodurch diese Strategie eine geringere Zinssensitivität als eine Standardstrategie für europäische Hochzinsanleihen aufweist.

Das Durationsverlängerungsrisiko

Kündbare (oder rückzahlbare) Anleihen geben dem Emittenten das Recht zur Rückzahlung der Anleihe vor ihrem vorgesehenen Fälligkeitstermin und verkürzen im Grunde ihre erwartete Laufzeit und Duration. Mit diesen Anleihen profitieren Emittenten von der Möglichkeit einer frühzeitigen Schuldentilgung und Refinanzierung zu niedrigeren Kosten, wenn die Zinsen sinken. Wenn die Anleiherenditen im Zuge einer Verkaufswelle steigen, sinkt somit die Wahrscheinlichkeit, dass die Call Dates kündbarer Anleihen getriggert werden.

 

In einem derartigen Szenario stellen Anleger, die davon ausgegangen waren, sie hielten eine Anleihe, deren Rückzahlung zum Kündigungstermin in drei Jahren fällig würde, plötzlich fest, dass sie eine Anleihe halten, die voraussichtlich bis zum Laufzeitende in fünf Jahren weiter existieren wird, was entsprechende Auswirkungen auf den Anleihekurs hat.

Genau dies passierte beim Abverkauf des Marktes im Jahr 2022. Kündbare Anleihen wurden nicht gekündigt, was ausgerechnet zu einer Zeit zur Durationsverlängerung führte, als es am wenigsten erwünscht war. Für uns bewirkt die Konzentration auf den Fälligkeitstermin (und nicht den Kündigungstermin) der Anleihe von vornherein eine bessere Vorhersehbarkeit des gewünschten Risiko- und Performance-Profils unserer Strategie. Dies ermöglichte dem Fonds eine Outperformance gegenüber dem Markt um 180 Basispunkte (-4,3 gegenüber -6 Prozent) und auch im Jahr 2023 in einem rückläufigen Markt für Hochzinsanleihen (+10,6 gegenüber +10,3 Prozent, Quelle: Columbia Threadneedle/Morningstar EUR High Yield Bond, 2024).

Emittenten machten 2023 und neuerdings auch 2024 von der Kündigungseigenschaft Gebrauch, selbst zu diesen höheren Refinanzierungskosten. Grund dafür ist ein Fokus auf das Management ihrer Restlaufzeiten, um zu verhindern, dass fällig werdende Schulden zu laufenden Schulden werden und möglicherweise die falsche Art von Aufmerksamkeit am Markt erregen.

Vermeidung unerwarteter Volatilität

In einem Umfeld, in dem sinkende Renditen erwartet werden, wiegen sich Anleger häufig in falscher Sicherheit und machen kaum Unterschiede zwischen kurzer Duration und kurzer Laufzeit. Erst wenn die Volatilität unvermittelt zunimmt, vielleicht aufgrund eines unsicheren Umfelds, und ein Abverkauf am Anleihenmarkt möglich ist – was eine drastische Verlängerung der Duration von kündbaren Anleihen auslöst –, wird der Unterschied zwischen kurzer Laufzeit und kurzer Duration vollumfänglich erfasst. Bis dahin ist es zu spät.

Hochzinsanleihen können im aktuellen Umfeld nach wie vor eine attraktive Renditequelle bieten. Doch wir sind der Auffassung, dass die beste Möglichkeit, um diese Rendite zu erzielen – und jegliche unerwartete Volatilität und jegliches Renditekurvenrisiko zu vermeiden – darin besteht, Laufzeiten anstatt Duration kündbarer Anleihen ins Visier zu nehmen.

Mehr zum CT (Lux) European Short-term High Yield Bond hier.

 

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Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.