Höhere Wachstumsdynamik

US-Notenbank drosselt Bondkäufe

Die US-Wirtschaft hat nach Einschätzung der Federal Reserve (Fed) an Schwung gewonnen. Vor diesem Hintergrund drosselten die Währungshüter ihre Bondkäufe weiter und stellten eine fortgesetzte Rücknahme in Aussicht.

“Das Wachstum der Wirtschaftsaktivität hat nach der scharfen Verlangsamung jüngst wieder zugenommen”, erklärte der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank am Mittwoch nach seiner Sitzung in Washington. “Die Ausgaben der Haushalte scheinen schneller zu steigen.”

Das Gremium verringerte das Volumen der monatlichen Anleihekäufe das vierte Mal in Folge um 10 Milliarden Dollar auf nun 45 Milliarden Dollar. Damit kauft die Fed nun monatlich 25 Milliarden Dollar an Treasuries und 20 Milliarden Dollar an Hypotheken-Anleihen auf. Weitere Drosselungen “in maßvollen Schritten” seien wahrscheinlich, erklärte der FOMC.

Fed-Chefin Janet Yellen verringert die Konjunkturimpulse der US-Notenbank angesichts von Anzeichen, dass sich die größte Volkswirtschaft der Welt nach ihrem Stillstand im ersten Jahresviertel wieder erholt.

Gleichzeitig beließ die US-Notenbank ihren Leitzins nahe null und bekräftigte, dass der Satz für eine “beträchtliche Zeit” nach dem Ende des Bondkauf-Programms auf dem Niveau bleiben werde. Der Zinsausblick, die so genannte “Forward Guidance” wurde beibehalten. Demzufolge will die Fed weiterhin “eine breite Auswahl an Informationen” in Betracht ziehen, bevor der Leitzins erhöht wird.

Die langfristigen Inflationserwartungen bezeichneten die Währungshüter als stabil.

Die Entscheidung im FOMC fiel demnach einstimmig.

Die US-Wirtschaft war im ersten Jahresviertel fast zu einem Stillstand gekommen, während das harte Winterwetter zu Jahresbeginn die Investitionen und die Exporte abkühlte. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg annualisiert um 0,1 Prozent, nach 2,6 Prozent Wachstum im Vorquartal, wie das Handelsministerium zuvor am Mittwoch in Washington auf Basis vorläufiger Daten mitteilte.

Die Wachstumsverlangsamung fand vor dem Hintergrund des harten Winters statt, der den Osten der USA unter einer Schneedecke verschwinden ließ. Die Witterung hielt Konsumenten aus den Läden fern, Bauherren von Spatenstichen ab - und erhöhte die Kosten für Unternehmen wie United Parcel Service.

Jüngste Daten zu Einzelhandelsumsatz, Beschäftigung und verarbeitendem Gewerbe deuteten aber an, dass die Schwäche in der US-Wirtschaft wohl nur temporär gewesen sein dürfte.

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