Hohe Rendite mit Software

Solide Zahlen, schwacher Kurs – die Aktien der Softwareschmiede SAP zählen zu den Verlierern des Börsenjahres 2007. Wie es 2008 weitergeht, ist unter Analysten umstritten. Zertifikateanleger gewinnen auch, wenn sich nichts tut

Dax plus 18,6 Prozent und SAP minus 11,6 Prozent – das Börsenjahr 2007 war nicht das Jahr der Walldorfer Softwareschmiede. Auch im direkten Vergleich mit den größten Konkurrenten aus den USA konnte der Kurs nicht überzeugen. Die Titel von Microsoft und Oracle stiegen von Anfang 2007 bis zum 18. Dezember um 5,6 und 5,1 Prozent.

Doch Analysten schauen nach vorn, und viele sind optimistisch für 2008. „Positiv ist hervorzuheben“, so die Analysten der dänischen Jyske Bank, „dass SAP trotz der vielen Übernahmen von Oracle keinen Strategiewechsel plant und organisch wachsen wird.“ Die Jyske-Experten sehen das Kursziel für die Aktie des deutschen Software- Riesen bei 43 Euro Ende des kommenden Jahres. Aktuell kostet eine SAP-Aktie 35,64 Euro (Stand: 18. Dezember 2007).

Noch geringfügig mehr erwartet Gordon Elliot, leitender IT-Analyst bei der Schweizer Großbank UBS: „SAP wird im kommenden Jahr Nutznießer von anziehenden Investitionen weltweiter Unternehmen sein.“ Sein Kursziel: 45 Euro für Ende 2008. Die Analysten der Citigroup legen noch einen drauf: Ihr Kursziel für die Walldorfer liegt bei 55 Euro.

Doch es gibt auch Pessimisten und Warner. Die Investmentbank Credit Suisse senkte Anfang Dezember die Aussichten recht massiv. Under- statt wie vorher Outperformer sei SAP die kommenden Monate.

Die Banker verweisen auf die „trübe“ Entwicklung der Aktie trotz einer verbesserten operativen Leistung. Hier müsse SAP weiter zulegen. Ohnehin neigten Softwaretitel und speziell SAP erst dann zu einer guten Entwicklung, wenn die Geschäftszahlen die Erwartungen ständig überträfen, so die Analysten. Sie sehen den Kurs in den kommenden Monaten bei 32 Euro und somit unterhalb des aktuellen Standes.

Und während die Jyske Bank das Geschäftsmodell lobt, kommt Kritik von der West LB: Falls SAP bei dem derzeitigen Geschäftsmodell bleibe, gebe es ein weiteres Abwärtsrisiko. Auf Basis einer defensiven Bewertung komme die Aktie nicht über ein Niveau von 31 Euro hinaus, so die Düsseldorfer Landesbanker.

Aktienkurs seitwärts oder hoch – so unterschiedlich die Erwartungen der Analysten sind, so eindeutig können die Erträge einzelner Zertifikate auf die SAP-Aktie ausfallen. Das ergibt die aktuelle Zertifikate-Auswahl von Easyoptions im Auftrag von DAS DERIVAT.

Selbst wenn sich der SAP-Aktienkurs bis Ende Januar 2009 nicht bewegt, zahlen einzelne Zertifikate einen Ertrag von über 20 Prozent. Konservative Anleger sind besonders mit dem Discountzertifikat von Dresdner Kleinwort auf der sicheren Seite (siehe Tabelle). Selbst wenn der SAP-Kurs um 15 Prozent fällt, liegt das Zertifikat mit einem Minus von 0,3 Prozent nur sehr marginal hinten. Zur Auswahl standen Zertifikate, die sich sowohl für konservative als auch für risikobereite Anleger eignen.