Andreas Brinke

Andreas Brinke

Holzheizkraftwerke: „Riesige Reserven“

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DAS INVESTMENT.com: Im Herbst vergangenen Jahres sind Sie mit Ihrem Holzheizkraftwerk-Projekt gestartet, jetzt kommen Sie mit einer modifizierten Variante an den Markt. Was ist der Hintergrund? Andreas Brinke: Hinter uns liegt ein Mentalitäts- und Strategiewechsel. Die ersten Schritte waren ziemlich mühsam: Wie in der Branche der Erneuerbaren Energien üblich, haben wir zunächst mit einem kleineren Projektentwickler zusammengearbeitet. Dadurch konnten wir aber weder die Schlagzahl noch die Effizienz erreichen, die uns vorschwebten. Mit unserem neuen Partner Hochtief, einem der führenden deutschen Anbieter im Bereich Energiemanagement, spielen wir in einer ganz anderen Liga und verfügen über eine sehr professionelle Herangehensweise an das Thema. Diese Dimension ist in unserem Markt noch eine echte Ausnahme. DAS INVESTMENT.com: Hochtief ist allerdings bislang nicht unbedingt als Vorreiter bei der Förderung grüner Energie aufgefallen… Brinke: …was wohl daran liegt, dass der Konzern in erster Linie mit internationalen Bau- und Infrastrukturprojekten identifiziert wird. Doch zählt Hochtief weltweit zu den 100 nachhaltigsten Unternehmen – unter diesen finden sich nur fünf deutsche Namen. Und die Konzerntochter Hochtief Energy Management hat in den vergangenen zehn Jahren mehr als 200 Projekte im Bereich Energieeinsparung umgesetzt. Sie tritt bei unseren Projekten als Generalunternehmer auf und garantiert die Fertigstellung zum Fixpreis, die Betriebskosten, die Brennstoffverfügbarkeit und -qualität sowie die energetische Leistung. Mehr Sicherheit geht meines Erachtens kaum. DAS INVESTMENT.com: Interessant wäre zu wissen, was Hochtief Energy Management dafür bekommt. Brinke: Transparenz in allen Ehren, doch wollen wir bei diesen Details die nötige Diskretion wahren. Oder wissen Sie genau, welcher Zulieferer an einem neuen Auto wie viel genau verdient? Nur so viel: Sie können davon ausgehen, dass unser Partner als Generalunternehmer am langfristigen und erfolgreichen Betrieb der Holzheizkraftwerke interessiert ist und dort auch seine auskömmliche Marge erhält. Wichtig ist natürlich, dass Generalunternehmer, Fondsmanagement und Anleger an einem Strang ziehen. Und ich denke, dass wir mit unseren ab 2011 in Aussicht gestellten Ausschüttungen von 8 Prozent im Marktumfeld vorne mitspielen. Zudem erhalten Anleger, die bis Ende dieses Jahres beitreten, einen Frühzeichnerbonus von 4 Prozent. DAS INVESTMENT.com: Und wo beginnt für NMI der Spaß? Brinke: Von den Erträgen, die während der Laufzeit oberhalb von 8 Prozent liegen, bekommen das Emissionshaus und unser für das Assetmanagement und das Fondscontrolling zuständige Partner 2 Capital jeweils 10 Prozent - zusätzlich zur jährlichen Management Fee, die jeweils 0,5 Prozent des investierten Volumens umfasst. DAS INVESTMENT.com: Stehen Fondsprojekte bereits fest? Brinke: Ja, der Fonds investiert in ein regionales Kraftwerk jeweils in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Das angepeilte Gesamtvolumen beträgt rund 40 Millionen Euro, damit lassen sich vier bis fünf Kraftwerke finanzieren. Wir haben jedoch über Hochtief eine ganze Reihe weiterer Projekte in Aussicht, für die teilweise bereits Vorverträge existieren. Insofern ist unser Produkt als Auftakt einer Fonds-Reihe zu verstehen. DAS INVESTMENT.com: Ihre Holzheizkraftwerke produzieren im Schnitt rund ein Megawatt elektrischen Strom und 5 Megawatt thermische Energie. Ist das nicht eine vergleichsweise kleine Lösung? Brinke: Der produzierte Strom wird zu 100 Prozent garantiert abgenommen, in das öffentliche Netz eingespeist und nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz attraktiv vergütet. Dezentrale Holzheizkraftwerke produzieren aber neben dem Strom Wärme, für die entsprechend bonitätsstarke Abnehmer existieren sollten. Das können bei Kraftwerken unserer Größenordnung ein bis zwei größere Industrieunternehmen sein – die idealerweise über den gesamten Jahresverlauf einen kontinuierlichen Wärmebedarf haben. Für deutlich größere Kraftwerke kann es deshalb schwierig sein, geeignete Abnehmer für die Wärme zu finden. Darum halten wir unsere Lösung für marktgängiger. DAS INVESTMENT.com: Wie groß ist hierzulande das Potenzial für Holzheizkraftwerke? Brinke: Enorm. Alles redet im Erneuerbare-Energien-Bereich von Solarenergie und Windkraft, doch sieht die Realität anders aus. Regenerative Formen machen gegenwärtig rund 12 Prozent des Energie-Gesamtangebots aus. Mehr als zwei Drittel davon entfallen bereits heute auf Biomasse, zu der auch Holz zählt. Da wir Frischholz verfeuern, das bei der kommunalen Wald- und Landschaftspflege anfällt und entsorgt werden muss, kommen wir zudem sehr kostengünstig an Brennstoff. Die Holzreserven sind in Deutschland im Übrigen riesig. Mit dem jährlichen Zuwachs an Holz, das nicht wirtschaftlich genutzt wird, könnten klimaneutral etwa 5 Millionen Haushalte mit Wärme versorgt werden. Auf der Nachfrageseite ist das Potenzial für Holzheizkraftwerke theoretisch noch größer: Welches Unternehmen benötigt keine Wärme?

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