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Honestas-Chef erklärt Wie Ex-Banker per Haftungsdach Vermögensverwalter werden

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Wie viel seines Kundenvolumens nimmt ein Berater üblicherweise mit, wenn er in die Selbstständigkeit geht?

Wenn jemand 10 bis 20 Prozent seiner Assets mitnimmt, ist das schon eine gute Leistung. Es hilft allerdings nicht, wenn der Berater 5 Millionen Euro verwaltet hat und dann vielleicht eine halbe mitbringt. Das rechnet sich auch für das Haftungsdach nicht. Im Durchschnitt bringen unsere gebundenen Agenten im ersten Jahr 20 Millionen Euro mit.

Für Honestas sind fünf gebundene Agenten tätig, darunter zwei Gesellschaften – in Summe 22 Personen. Planen Sie, das auszuweiten?

Wir verfolgen das nicht. Manchmal kommen unerwartet interessante Kontakte aus unserem Netzwerk zustande, also über unsere Verbindungen zu Steuerberatern, Finanzdienstleistern oder Banken. Oder wir erhalten Initiativbewerbungen. Wenn es passt, bauen wir aus. Aber wir forcieren das nicht.

Was bieten Sie Ihren Agenten?

Wir bieten die gesamte Administration von der vertraglichen Abwicklung bis hin zum Versand der Vermögensausweise. Viel wichtiger ist aber, dass ein gebundener Agent bei uns direkten Zugang zu unserer Expertise und dem bestehenden Netzwerk erhält. Neben individuellen Vermögensverwaltungen kann er seine Kunden auch im Family Office, mittlerweile auch im digitalen Family Office, betreuen.

Wie werden die gebundenen Vermittler vergütet?

Üblicherweise erhalten sie einen prozentualen Anteil der Vergütungsbestandteile, die mit dem Kunden vereinbart wurden.

Kann sich jemand, der mit Selbstständigkeit liebäugelt, einfach an Sie wenden?

Ja, natürlich. Es gibt aber auch spezialisierte Juristen und auch Depotbanken, die zu diesem Thema beraten. Ich habe allerdings das Gefühl, dass die Form des gebundenen Agenten bei Private Bankern noch recht wenig bekannt ist. Dabei hat das viel Charme: Der Vermittler kann sich allein um die Akquisition und die Zufriedenheit seiner Kunden kümmern. Mit dem ganzen Hintergrund hat er nichts zu tun.

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