23 Jahre Daten zeigen: US-Aktien trotzen jeder Dollar-Schwäche. Exporteure profitieren sogar von schwacher Heimatwährung. Deutsche Anleger sollten also nicht vorschnell verkaufen.
Schwächelt die Heimatwährung, leiden auch die heimischen Aktien. Oder? Eine umfassende Analyse der Wechselkursbeziehung zwischen US-Dollar und Euro seit 2002 kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Phasen deutlicher Dollar-Schwäche gingen nicht mit Verlusten bei US-Aktien einher. Im Gegenteil verzeichnete der S&P 500 in allen untersuchten Abwertungsphasen positive Renditen.
Die Analyse von Shijiao You, Analystin für Strategische Asset Allokation bei HQ Trust, basiert auf Daten vom 1. Januar 2002 bis zum 15. Juli 2025. Sie identifizierte systematisch alle Zeiträume, in denen der US-Dollar gegenüber dem Euro um mehr als 10 Prozent zurückging, und untersuchte die parallele Entwicklung des S&P 500.
Methodisches Vorgehen und Datenbasis
You verwendete rollierende 24-Monats-Fenster basierend auf Tagesdaten über einen Zeitraum von mehr als 23 Jahren. Dabei ermittelte sie zehn Phasen mit Dollar-Verlusten von über 10 Prozent gegenüber dem Euro. Für jeden dieser Zeiträume dokumentierte sie die kumulierte Performance des S&P 500 in US-Dollar.
Ja, ich möchte den/die oben ausgewählten Newsletter mit Informationen über die Kapitalmärkte und die Finanzbranche, insbesondere die Fonds-, Versicherungs-und Immobilienindustrie abonnieren. Hinweise zu der von der Einwilligung mitumfassten Erfolgsmessung, dem Einsatz der Versanddienstleister June Online Marketing und Mailingwork, der Protokollierung der Anmeldung, der neben der E-Mail-Adresse weiter erhobenen Daten, der Weitergabe der Daten innerhalb der Verlagsgruppe und zu Ihren Widerrufsrechten finden Sie in der Datenschutzerklärung. Diese Einwilligung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen.
Jetzt Anmelden
Sie haben Post!
Wir haben Ihnen eine Bestätigungs-E-Mail geschickt. Mit einem Klick auf den darin enthaltenen Button aktivieren Sie Ihr Abonnement.
Tipp: Nichts bekommen? Schauen Sie auch in ihrem Spam-Ordner nach.
Die Ergebnisse zeigen ein konsistentes Muster: In allen zehn identifizierten Phasen verzeichnete der US-Aktienindex positive Renditen. Der durchschnittliche Dollar-Verlust betrug rund 17 Prozent pro Jahr, während der S&P 500 gleichzeitig um durchschnittlich 27 Prozent pro Jahr zulegte. „Das zeigt, dass US-Aktien auch bei nachlassender Dollar-Stärke robust performen können“, erklärt You.
Die stärkste dokumentierte Rally ereignete sich zwischen Mitte März und Ende Dezember 2020. Während der Dollar um 13 Prozent gegenüber dem Euro abwertete, stieg der S&P 500 um 63 Prozent. Diese Phase fiel mit den umfangreichen geldpolitischen Maßnahmen der US-Notenbank während der Corona-Pandemie zusammen.
Auch längerfristige Schwächephasen bestätigen das Muster. Zwischen Januar 2002 und Januar 2004 verlor der Dollar 33 Prozent gegenüber dem Euro, der S&P 500 verzeichnete dennoch ein Plus von 2 Prozent. In der Phase von März 2006 bis März 2008 stand einer Dollar-Abwertung von 24 Prozent ein Aktiengewinn von 5 Prozent gegenüber.
Was im Jahr 2025 passierte
Auch die jüngste Vergangenheit passt in dieses Schema. Zwischen Januar und Juli 2025 wertete der Dollar erneut um 13 Prozent gegenüber dem Euro ab. Ausgelöst wurde diese Schwäche durch geldpolitische Divergenz zwischen Fed und Europäischer Zentralbank, politische Unsicherheiten und nachlassende Nachfrage nach der amerikanischen Währung.
Doch wieder trotzten US-Aktien dem Währungstrend: Der S&P 500 verzeichnete in diesem Zeitraum ein Plus von 7 Prozent. „Das bestätigt das robuste Verhalten amerikanischer Aktienmärkte auch in Zeiten nachlassender Dollar-Stärke“, so You.
Warum schwache Währung starke Aktien nicht verhindert
Die Analyse zeigt: In sechs von zehn untersuchten Fällen gewann der S&P 500 deutlich mehr, als der Euro gegenüber dem Dollar verlor. Das deutet darauf hin, dass ein schwächerer Dollar für amerikanische Unternehmen sogar vorteilhaft sein kann.
Exportorientierte US-Konzerne profitieren von einer schwächeren Heimatwährung, da ihre Produkte im Ausland günstiger werden. Gleichzeitig steigen die in Dollar umgerechneten Erlöse aus dem Auslandsgeschäft. Multinationale Konzerne, die einen Großteil ihrer Umsätze außerhalb der USA erzielen, können so ihre Gewinne steigern.
Die längsten und stärksten Dollar-Abwertungsphasen dauerten jeweils rund zwei Jahre. Selbst in diesen ausgedehnten Schwächeperioden blieben die US-Aktienrenditen positiv, was die Robustheit des beobachteten Phänomens unterstreicht.
„Seit 2002 wurde jede Phase mit einer starken Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro von einem positiven Kursverlauf des S&P 500 begleitet“, fasst die Analystin zusammen.
Für deutsche Anleger bedeutet das: Ein schwächelnder Dollar sollte nicht automatisch als Verkaufssignal für US-Aktien interpretiert werden. Vielmehr können amerikanische Unternehmen auch bei Währungsschwäche ihre operative Stärke ausspielen und Investoren belohnen.
Christoph Fröhlich deckt bei DAS INVESTMENT die gesamte Bandbreite der Geldanlage ab – von aktiven Fonds bis zu Bitcoin, von Anleihenmärkten bis KI-Investments. Was ihn antreibt: die Menschen hinter den Zahlen. Diese Neugier hat er sich von der BILD-Lokalredaktion über seine Zeit als stern-Ressortleiter bis heute bewahrt. Nun jongliert er zwischen Fondsmanager-Gesprächen in Hamburg und Fintech-Interviews in Berlin, macht daraus mal LinkedIn-Posts, mal Podcasts. Sein Credo: Gute Geschichten lauern überall – man muss nur die richtigen Fragen stellen.
Mehr über Christoph Fröhlich
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen
Bitte wählen Sie mindestens einen Newsletter aus, den Sie abonnieren möchten
Bitte bestätigen Sie die Einwilligung, um fortzufahren
Bitte E-Mail ausfüllen
Bitte wählen Sie Ihre Anrede aus, um fortzufahren
Bitte geben Sie Ihren Vornamen ein, um fortzufahren
Bitte geben Sie Ihren Nachnamen ein, um fortzufahren
Bitte wählen Sie eine Branche aus, um fortzufahren
Bitte geben Sie Ihren Passwort ein (mind. 8 Zeichen), um fortzufahren
Jetzt kostenlos abonnieren
Ja, ich möchte den/die oben ausgewählten Newsletter mit Informationen
über die Kapitalmärkte und die Finanzbranche, insbesondere die Fonds-,
Versicherungs-und Immobilienindustrie abonnieren. Hinweise zu der
von der Einwilligung mitumfassten Erfolgsmessung, dem Einsatz der
Versanddienstleister June Online Marketing und Mailingwork, der
Protokollierung der Anmeldung, der neben der E-Mail-Adresse weiter
erhobenen Daten, der Weitergabe der Daten innerhalb der Verlagsgruppe
und zu Ihren Widerrufsrechten finden Sie in der
Datenschutzerklärung.
Diese Einwilligung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen.
Fast geschafft
Bitte überprüfen Sie Ihr E-Mail Postfach - wir haben eine Bestätigungs-E-Mail verschickt. Das Abonnement wird nach der Bestätigung aktiv.
Bitte auch im Spam-Ordner schauen!
Ob Analysten, Portfoliomanager oder CEOs: Unsere Experten sind Marktprofis aus dem Asset Management, die ihre Einblicke mit Ihnen teilen. Sie liefern klare Markteinschätzungen, fundierte Analysen und berichten darüber, wie sie ihre Strategien taktisch anpassen.
Neue Artikel verfügbar!
Vertiefen Sie Ihr Fachwissen mit unseren neuesten Insights.
Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie sofortigen Zugang zu allen Premium-Inhalten
Registrierung fast abgeschlossen!Abonnement fast abgeschlossen!
Wir haben Ihnen eine Bestätigungs-E-Mail gesendet.
1
E-Mail-Postfach prüfen
Schauen Sie in Ihr E-Mail-Postfach nach unserer Bestätigungsmail.
2
Spam-Ordner kontrollieren
Falls Sie keine E-Mail erhalten haben, prüfen Sie bitte auch Ihren Spam- oder Junk-Ordner.
3
Link bestätigen
Klicken Sie auf den Bestätigungslink in der E-Mail, um Ihre Registrierung abzuschließen.
Klicken Sie auf den Bestätigungslink in der E-Mail, um Ihre Anmeldung abzuschließen.
Hinweis: Die Bestätigungsmail sollte innerhalb weniger Minuten bei Ihnen ankommen. Sollten Sie nach 10 Minuten noch keine E-Mail erhalten haben, kontaktieren Sie bitte unseren Support.