Hubert Thaler

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"Die Erneuerbaren Energien dürften bald die ersten Börsen-Gewinner hervorbringen"

Die Kunst der Vermögensanlage besteht neben einem ordentlichen Handwerk nicht zuletzt darin, zukünftige Trends zu erkennen. Leichter gesagt, als getan.

Den Aufstieg von Google, der Volkswirtschaft China und zuletzt der Internetwährung Bitcoins konnte man teils frühzeitig erahnen. Zu jedem Zeitpunkt aber bleiben in den Geschäftsmodellen auch Schwachstellen, die den weiteren Siegeszug gefährden können.

Die nächsten Megatrends

Neue große Trends zu erkennen hat sich ein kürzlich veröffentlichter Report der Beratungsgesellschaft McKinsey auf die Fahnen geschrieben. Von den zwölf genannten Themen sehen wir vier Felder als besonders aussichtsreich an.

Neben dem Trend zur zunehmenden Automatisierung von Wissensarbeit, zu neuen Formen der Energiespeicherung und neuen Materialien dürften in Zukunft mit dem „Internet der Dinge“ große Veränderungen in der Wirtschaft einhergehen.

Diese zunächst recht abstrakt scheinenden Themen haben jeweils das Potential neue Industriegrößen hervorzubringen. Gleichfalls können bestehende Unternehmen herausgefordert werden. E.on und Volkswagen arbeiten intensiv an Speichermöglichkeiten für Energie.

Ein großes Thema auch für Smartphones, haben sich doch die Anforderungen bei Handys der heutigen Generation vervielfacht, die Batterieleistung angesichts physischer Grenzen seit knapp zwölf Jahren aber nur verdoppelt. Im Bereich neuer Materialien experimentieren SGL Carbon und BMW mit dem i3 an einem neuen automobilen Standard.

Ein relativ neuer Bereich ist die Automatisierung von Wissensarbeit. Hier wird gerade mit natürlichen Kommunikationsmitteln wie der Spracheingabe, ein neues Feld ausgelegt, auf dem sich neue Unternehmen platzieren können. So könnte zum Beispiel in Zukunft eine kostengünstige, automatisierte, aber intelligente Auswertung vor einem möglichen Prozessbeginn die Erfolgschancen für ein Gerichtsverfahren auswerten.

Totgesagte leben länger

Ein behutsamer Umgang mit Trends tut dennoch Not. Häufig überschätzen Anleger die Dynamik einer Entwicklung und unterschätzen die Beständigkeit des Wirtschaftslebens. Bereits Ende der 90er Jahre haben viele Anleger den neuen Trend des Internet erkannt, aber erst deutlich später gelang es Unternehmen aus dieser neuen Technologie auch wirklich Profit zu schlagen.

So ist zum Beispiel die Tabakindustrie allen Unkenrufen zum Trotz noch am Leben, da die strikte Regulation und das Verbot von Werbung zwar den Umsatz verringert hat, aber die Geldbörsen der Tabakriesen schont – Werbung darf auch der Konkurrent nicht mehr machen.

Ein weiterer Megatrend im McKinsey-Report ist übrigens der Bereich erneuerbarer Energien. Hier dürften nach der ersten Konsolidierungswelle so langsam zukünftige Gewinner ersichtlich werden.

Das zeigt: Für den Investor ist eben nicht nur die wunderbar prognostizierte Zukunft in der Kristallkugel wichtig, sondern auch die Solidität der heutigen Bilanz, um die Wegstrecke bis zum Gipfel auch zurücklegen zu können.

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