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Hüfners Wochenkommentar 3 Gründe für weitere Aktienkäufe

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Dritter Grund für weiter gute Aktienkurse: Die niedrigen Zinsen. Sie helfen auf zweierlei Weise. Auf der einen Seite gibt es unter diesen Umständen für den Anleger keine rentablen Alternativen, um sein Geld zu investieren. Er "muss" sozusagen in Aktien gehen. Das hilft den Kursen. Auf der anderen Seite muss man bei solchen Zinsen keine so große Angst vor Überbewertungen der Kurse haben. Die Überbewertungen in anderen Asset-Klassen, vor allem in Bonds (aber auch in Immobilien) sind viel größer.

Natürlich bedeutet die Rückführung der ultralockeren Geldpolitik eine Belastung. Es dauert zwar noch, bis die Zinsen steigen. Aber die Aktienmärkte fuhren bisher sozusagen auf zwei Zylindern, der Konjunktur und der Geldpolitik. In Zukunft fällt ein Zylinder weg. Das bedeutet nicht das Ende der Rallye. Es macht die Entwicklung aber schwankungsanfälliger. Man muss sich die Konjunktur noch genauer anschauen, um rechtzeitig Schwachpunkte zu erkennen.

Drei Gefahrenbereiche

Also alles in Butter? Das ist es nie. Risiken gibt es immer. Ich sehe drei Bereiche, von denen Gefahren drohen könnten: Das Wichtigste ist die weltweite Rückführung der Geldpolitik zu wieder normaleren Verhältnissen. Die Zentralbanken gehen dabei sehr vorsichtig vor, weil sie wissen, dass hier Gefahren drohen. Das hilft. Aber wenn die Inflation plötzlich anspringen sollte (wofür es derzeit keine Anhaltspunkte gibt, was aber passieren kann), dann könnte die Entwicklung den Zentralbanken aus den Händen gleiten. Die Zinsen könnten stärker steigen. Das wäre bei der hohen Verschuldung der Staaten und der Unternehmen ein Riesenproblem und würde auch die Aktien in die Knie zwingen.

Weniger beachtet werden die Ungleichgewichte bei den Wechselkursen. Aber auch hier gibt es Brisanz. Der US-Dollar ist nach wie vor überbewertet und muss langfristig schwächer werden. Wenn das – wie derzeit – in geordneten Bahnen verläuft, ist das kein Problem. Die Zentralbanken werden alles tun, dass es so bleibt. Aber wehe, wenn die Entwicklung außer Kontrolle gerät. Das war vor dreißig Jahren einer der Gründe für den Einbruch im Oktober 1987.

Die dritte Unsicherheit sind die politischen Risiken rund um die Welt. Natürlich hat es sie schon immer gegeben. Das besondere derzeit ist aber die Ausbreitung nationalistischer und populistischer Strömungen in einzelnen Ländern. Sie macht es schwer, die Lage einzuschätzen und kann zu Kurzschlussreaktionen führen.

Wichtig für den Anleger

Wenn Sie Langfristinvestor sind und temporäre "Drawdowns" (Rückschläge) aushalten können, können Sie in Aktien investiert bleiben. Ihr Durchhaltevermögen könnte allerdings empfindlich getestet werden. Ein vorübergehender Rückgang der Kurse um 20 Prozent (auf ein Dax-Niveau von 10.000) ist denkbar. Nach dem Muster der vergangenen Jahre ist damit aber erst 2018/2019 zu rechnen. Fokussieren Sie sich auf konservativere Werte.

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