Hüfners Wochenkommentar Acht Gründe, warum Gold gar nicht so gut ist

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Fünftens: Aus fundamentaler Sicht erscheint der derzeitige Goldpreis wenig attraktiv. Das Wachstum der Schwellen-und Entwicklungsländer als große Käufergruppe am Goldmarkt geht zurück (Ausnahme Indien). Die Geldentwertung, die in der Vergangenheit den Goldpreis getrieben hat, ist niedrig. Die Zinsen sind so stark gefallen, dass sie nur noch nach oben gehen können. Damit muss der Anleger für das Halten von Gold nicht nur Lagerkosten zahlen, sondern auch auf mehr Zinsertrag bei anderen Anlagen verzichten. Der Euro könnte sich wieder aufwerten, womit die Wechselkursgewinne der Europäer beim Gold wegfallen.

Sechstens: Gold ist entgegen allem, was immer wieder gesagt wird, kein wirklicher Schutz gegen Krisen. Seit seiner Freigabe Anfang der 70er Jahre hat der Preis nur auf zwei große Krisen wirklich reagiert. Das war die Ölpreisexplosion im Jahre 1980 und der Höhepunkt der Eurokrise 2011/12. Bei so wichtigen Ereignissen wie der Russland-und der Asienkrise Ende der 90er Jahre, dem Attentat am 11. September 2001 in New York oder beim Zusammenbruch der Lehman Bank 2008 hat er kaum gezuckt.

Siebtens: Gold ist auch keine Hilfe gegen die Zerrüttung des Finanzsystems, die wir derzeit erleben. Noch nie zuvor in der Nachkriegszeit war das Vertrauen in die Stabilität des Geldes so angeknackst wie heute. Geld ist praktisch wertlos geworden. Es gibt Blasen an den Märkten, die eines Tages platzen werden. Die Theoretiker alternativer Geldsysteme haben Hochkonjunktur. Da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn Gold nicht eine Renaissance erleben sollte. Doch nichts passiert. Weder rührt sich der Goldpreis noch sehe ich eine Begeisterung für eine Rückkehr der Goldwährung. Der Grund ist ganz einfach. Die Goldwährung war bei Weitem nicht so gut, wie oft behauptet wird. Die Preise schwankten damals sehr viel stärker als heute. Mal gingen sie in einem Jahr um 20% nach oben, dann aber im nächsten um 15% nach unten.

Das hängt natürlich mit der Starrheit der Gold-Geldmenge zusammen, die sich nicht an die Entwicklung der Wirtschaft anpassen und sie glätten kann. Erst als die Goldwährung aufgegeben wurde, wurde auch die Geldwertentwicklung stetiger. Die großen Kritiker des gegenwärtigen Währungssystems plädieren daher nicht so sehr für die Rückkehr zu einer Goldwährung. Sie treten eher ein für ein Ende des staatlichen Geldangebotsmonopols und eine Privatisierung des Geldsystems.

Achtens, was oft übersehen wird: In der Goldwährung war es den privaten Anlegern in vielen Ländern verboten, Gold zu besitzen (zum Beispiel in den USA). Wer Gold kauft, um damit in einer Goldwährung reich zu werden, steht am Ende vielleicht ohne da.

Für den Anleger

Der Goldpreis lebt davon, dass die Menschen an die Wertbeständigkeit des gelben Metalls glauben. Man sollte Gold kaufen, wenn man sich dadurch besser fühlt, nicht aber um Geld zu verdienen. Vor allem sollte man daraus keine allgemeingültigen Regeln formulieren. Ich halte das alte Postulat, 5% bis 10% seines Vermögens in Gold zu halten, für überholt. Es war vielleicht sinnvoll, als der Goldpreis fix war oder sich langfristig in einem Aufwärtstrend befand (wie in den Jahren 2000 bis 2010). Jetzt gilt es nicht mehr.

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