Martin Hüfner (Gastautor)Lesedauer: 4 Minuten

Hüfners Wochenkommentar Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss ist ein Pulverfass

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Das wäre die Lösung

Ich halte das nicht für vernünftig. Man sollte Probleme nicht dadurch lösen, dass sich der Bessere an die Standards des Schlechteren anpasst. Letztlich geht es darum, dass die Binnennachfrage in Deutschland stärker steigt. Wenn die Exporte weniger wachsen sollen, dann müssen die Investi­tionen erhöht werden. Das macht auch Sinn. Die privaten Investitionen der Unternehmen sind in Deutschland schon seit Jahren zu gering. Die staatlichen Investitionen müssen ohnehin ausgeweitet werden. Deutschland braucht bessere Straßen, Brücken, Eisenbahnen und ähnliches. Es braucht auch mehr Ausgaben für Bildung und Forschung, nicht zu­letzt für Sicherheit.

Darüber hinaus wäre eine Ausweitung des privaten Konsums sinnvoll. Es gibt hier viele Stellschrauben. Man könnte zum Beispiel die Steuern senken und die Ladenöffnungszeiten am Wochenende ausweiten. Wer hat nicht schon an einem verregneten Sonntag daran gedacht, wie schön es wäre, dann einkaufen zu können?

Für den Anleger

Bereiten Sie sich darauf vor, dass es neuen Ärger innerhalb der Währungsunion und Auseinandersetzungen auf interna­tionaler Ebene gibt. Das schafft Nervosität und Unsicherheit auf den Devisenmärkten. Die Volatilität steigt. In der EZB gewinnen die Kräfte an Gewicht, die einen eventuell geplan­ten Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik weiter nach hinten schieben wollen. Das hilft den Aktien- und Bondmärkten. Auf Mikroebene ergeben sich für den Anleger Chancen bei Unternehmen, die von Steuersenkungen und dem Ausbau der Infrastruktur profitieren (zum Beispiel Kon­sum, Bau, Zement).

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