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Argentinischer Supermarkt hat Sonnenblumenöl im Ausverkauf: Seit die Gefahr besteht, dass Präsident Mauricio Macri abgewählt wird, brach der Kurs der Landeswährung ein. | © Getty Images

Schwieriger Monat voraus Heiße Wochen am Devisenmarkt

Der August ist normalerweise ein heißer Monat für die Ur­lauber. An den Finanzmärkten geht es dagegen meist ruhi­ger zu. Viele Händler und Anleger sind in den Ferien. Parla­men­te haben geschlossen. Politiker und Zentralbanker ver­dauen den Stress der vorherigen Monate und bereiten neuen Stress im Herbst vor.

Ursprünglich sah es so aus, als ob es auch in diesem Jahr wieder so werde. Dann aber kam es ganz anders. An den Bondmärkten wurden bei den Zinsen Tiefstände erreicht (beziehungsweise Höchststände bei den Kursen), die viele nicht für möglich gehalten hatten. An den Aktienmärkten hatte man bisweilen den Eindruck, als würde Jo-Jo gespielt. Ohne größere Gründe ging es mal hoch und mal runter. Präsident Trump twitterte wild darauf los. Mal verkündete er neue Zölle gegen chinesische Importe. Mal nahm er sie wieder zurück. In Hongkong eskalierten die Spannungen trotz Regens und schwüler Temperaturen.

Assenagon-Chefvolkswirt Martin Hüfner

Die Turbulenzen waren so groß, dass es schließlich auch den Devisenmärkten zu viel wurde. Die spektakulärste Be­wegung war die überraschende Abwertung des chinesi­schen Renminbis. Er schwächte sich seit Anfang August gegenüber dem US-Dollar um 4 Prozent ab. Ursprünglich hielt man das für eine Antwort Pekings auf die Zollpolitik der Amerika­ner und damit den Beginn eines Währungskrieges. Die Chi­nesen wiegelten allerdings ab. Sie seien gar nicht an einer größeren Abwertung interessiert. Trotzdem gab der Ren­minbi seitdem weiter nach.

Nicht ganz so unerwartet kam die Schwäche des britischen Pfundes (gegenüber dem US-Dollar seit Ende Juni um über 4 Prozent). Sie hing mit der Entschlossenheit der neuen Regie­rung Johnson zusammen, den Brexit notfalls auch ohne ein Abkommen mit der EU durchzupauken. Jeder rechnet da­mit, dass ein solches Verfahren zu einer weiteren Abwer­tung des Pfundes führt. Dies auch deshalb, weil Johnson an einem schwächeren Pfundkurs interessiert sein müsste, um die Wettbewerbsposition der britischen Industrie zu stärken.

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