Es ist seit Jahrzehnten die Vision von Autoingenieuren in aller Welt: Doch nur knapp die Hälfte der Deutschen (47 Prozent) würden der Einführung von autonomem Fahren zustimmen, wenn die Unfallgefahr hierdurch nicht steigt bzw. sinkt. Dieses Ergebnis der diesjährigen Mobilitätsstudie der Huk-Coburg hat das Unternehmen, Marktführer unter den Kfz-Versicherungen in Deutschland, nun als Sonderauswertung veröffentlicht. Dabei wurden vom Marktforschungsunternehmen Yougov Anfang des Jahres mehr als 4.000 Personen ab 16 Jahren repräsentativ in einer Online-Umfrage zu Mobilitätskonzepten der Zukunft befragt.

So wollen knapp ein Drittel (32 Prozent) „unter keinen Umständen“ der Einführung autonom fahrender Autos zustimmen. Sollte aber durch autonom gelenkte Autos die Unfallgefahr nicht gegenüber heute steigen, sind nur neun Prozent für eine Einführung, weitere 18 Prozent sind dafür, wenn die Unfallgefahr nur etwas sinkt und zusätzliche 20 Prozent, wenn durch die Autos die Unfallgefahr gegen Null geht. Ein großer Teil von 21 Prozent weiß es nicht oder wollte keine Angabe machen.

Jörg Rheinländer, Vorstand Autoversicherung sowie Haftpflicht-/Unfall-/Sachversicherungen bei der Huk-Corburg sagt: „Autonomes Fahren hat nur dann eine Chance auf breite Akzeptanz in der Bevölkerung, wenn es das Fahren sicherer macht.“ 

Große Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen und Regionen

Bei der Bewertung des autonomen Fahrens sind laut der Untersuchung Frauen gegenüber dem autonomen Fahren weit zurückhaltender als Männer: 36 Prozent von ihnen lehnen die Einführung autonom fahrender Autos generell ab. Bei Männern sind es nur 29 Prozent. Noch stärker sind die Unterschiede zwischen den Generationen. Während nur 24 Prozent der Erwachsenen unter 55 Jahren autonom fahrende Autos generell ablehnen, sind es bei Gruppe über 55 sogar 43 Prozent.

Erstaunliche Unterschiede gibt es auch zwischen den Bundesländern, meinen zumindest die Studienmacher. Die breiteste Ablehnungsfront gegen autonom fahrende Autos gibt es demnach in Schleswig-Holstein. Dort erklären 40 Prozent der Befragten, dass sie autonomes Fahren „generell ablehnen“. Ähnlich hoch ist die Ablehnung nur noch in Brandenburg (39 Prozent) und Sachsen (36 Prozent). Im Saarland dagegen äußern sich nur 24 Prozent derart ablehnend gegenüber dem autonomen Fahren. An zweiter Stelle im bundesweiten Vergleich rangiert Bayern mit 28 Prozent. Erklärungsansätze für diese Zahlen liefert die Studie nicht.

 

E-Fahrzeughalter für autonomes Fahren deutlich aufgeschlossener

Dafür gibt es nur geringe Unterschiede bei der Ablehnung des autonomen Fahrens zwischen denjenigen, die wenig mit dem Auto unterwegs sind und Viel-Fahrern. So lehnen 36 Prozent der Autofahrer, die weniger als 1000 Kilometer im Jahr fahren, das autonome Fahren ab. Bei denen, die mehr als 20000 Kilometer fahren, sind es mit 34 Prozent aber fast gleich viele. Geringer ist dagegen die Ablehnungsfront gegenüber der neuen Technik unter denjenigen, die keinen Führerschein haben, mit 24 Prozent.

Ausgesprochen stark wirkt sich die Art des Antriebs eines Fahrzeugs auf die Einstellung zum autonomen Fahren offenbar aus. So sprechen sich Befragte, die ein Benzin- oder Diesel-Fahrzeug nutzen, mehr als doppelt so häufig grundsätzlich gegen autonomes Fahren aus als die Nutzer eines E-Autos (36 zu 17 Prozent).