Die Hypovereinsbank (HVB) bringt ein kapitalgeschütztes Bitcoin-Zertifikat für ihre Privatkunden im Beratungsgeschäft. Nach eigenen Angaben ist sie damit die erste Bank, die ein solches Angebot in diesem Segment macht. Während der Zeichnungsfrist – die vom 2. bis zum 26. März 2026 läuft, vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung – steht das Produkt ausschließlich HVB-Privatkunden zur Verfügung.
Grundlage ist das USD Garant Cap Zertifikat 09/2031 der Unicredit, emittiert über die Plattform Onemarkets by Unicredit (ISIN: IT0005693509). Basiswert ist der iShares Bitcoin Trust ETF von Blackrock – nach Angaben der HVB der größte Krypto-ETF am Markt –, der die Kursentwicklung des Bitcoins auf Basis der CME CF Bitcoin Reference Rate – New York Variant (BRRNY) abbildet. Anleger investieren damit nicht direkt in Kryptowährungen, sondern über ein an der Nasdaq gehandeltes, physisch hinterlegtes Vehikel.
Das Zertifikat bietet 100 Prozent Teilhabe an einem steigenden ETF-Kurs bis zu einem Cap von 160 Prozent des Ausgangswerts – der maximale Rückzahlungsbetrag liegt bei 1.600 US-Dollar pro Zertifikat. Erreicht oder unterschreitet der ETF-Kurs am letzten Beobachtungstag (23. September 2031) den Basispreis, greift der Kapitalschutz: Anleger erhalten zum Laufzeitende den Berechnungsbetrag von 1.000 US-Dollar zurück – sofern der Emittent seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Der Emissionspreis beträgt 1.025 US-Dollar.
Wichtig: Der Kapitalschutz bezieht sich ausschließlich auf das Laufzeitende und gilt nicht während der Laufzeit; das Emittentenrisiko der Uni Credit trägt der Anleger.
Das Produkt ist eine Weiterentwicklung eines im vergangenen Jahr eingeführten Angebots für das Professional- und UHNWI-Segment. René Babinsky Privatkundenchef von der HVB erläutert im Intranet der Bank die Logik der Ausweitung: „Unsere Kundschaft wollte verstehen, wie die Struktur in verschiedenen Marktlagen wirkt und wo ihre Grenzen liegen. Diese Rückmeldungen sind wichtig, damit die Mechanik des Wertpapiers nachvollziehbar bleibt und sich die Rolle im Gesamtvermögen sauber erklären lässt.“ Der UHNWI-Pilot habe als Blaupause für die breitere Markteinführung gedient.
In der Beratung setzt die HVB nach eigenen Angaben auf einen 360-Grad-Ansatz: Neben der Produktstruktur werden Laufzeit, Währungsrisiko und die Einbettung in die bestehende Depotarchitektur des Kunden besprochen. Das Zertifikat notiert in US-Dollar – Wechselkursschwankungen können die Rendite für Euro-Anleger dementsprechend erheblich beeinflussen. Zudem ist der iShares Bitcoin Trust ETF kein Ucits-konformer Fonds und in Deutschland nicht zum öffentlichen Vertrieb zugelassen. Das Zertifikat selbst unterliegt italienischem Recht.
