Hypo-Vereinsbank verklagt: Kunde will 124 Millionen Euro

//
Im Dezember vergangenen Jahres berichtete „Financial Times Deutschland“ über die Ermittlungen gegen die Hypo-Vereinsbank (HVB) wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung. Die Staatsanwaltschaft warf acht HVB-Mitarbeitern vor, einem Frankfurter Investor geholfen zu haben, den Fiskus durch Dividendengeschäfte um 124 Millionen Euro zu betrügen.

Wie das Blatt berichtete, handelt es sich bei diesem Vorfall um das sogenannte Dividenden-Stripping. Der vermögende Privatkunde habe über das Handelsbüro der HVB in London deutsche Aktien kaufen lassen, jeweils kurz vor der Ausschüttung von Dividenden. Auf diese Weise soll er mittels komplizierter Konstrukte Steuergutschriften erhalten haben. Nach einer Prüfung verlangten die Steuerbehörden die Rückzahlung der Steuererstattungen.

Nun hat der Kunde Klage vor dem Landgericht München gegen die Bank eingereicht. Wie aus dem Prospekt für die derzeit laufende Kapitalerhöhung von Uni-Credit hervorgeht, wirft der Kläger der HVB eine fehlerhafte Beratung und Pflichtverletzungen bei Aktiengeschäften vor und verlangt 124 Millionen Euro Schadensersatz.