Dirk Müller alias Mr. Dax

Dirk Müller alias Mr. Dax

„Ich fürchte, dass die Anleiheblase bald platzten könnte“

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Die Dax-Werte steigen und steigen. Trotzdem rät der als Mr. Dax bekannte Börsenhändler Dirk Müller in einem Interview mit dem Handelsblatt zur Vorsicht: „Mir ist das Risiko im Moment definitiv zu hoch, ich würde jetzt nicht massiv neu in Aktien investieren.“

Müller würde nur noch echte Schnäppchen kaufen oder das Geld halten. Dann könnten Investoren nach einem möglichen Kursrückgang günstiger einsteigen. Ansonsten könnten sie nach und nach in Edelmetalle investieren.

Bei einem möglichen Aktienmarkt-Absturz würde Müller investiert bleiben. „Ich würde keinen einzigen Blue Chip verkaufen“, so der Börsenhändler. Wenn Mr. Dax das Risiko als zu hoch empfindet, will er seine Positionen mit Put-Optionen gegen fallende Kurse absichern. Hierdurch würde er zwar keine Gewinne erzielen, aber auch keine Verluste einfahren.

Auch den Anleihenmarkt bewertet Müller kritisch. Die Zahlungsunfähigkeit der USA ist zwar erst einmal abgewendet, aber laut Müller nur verschoben. Das Problem der US-Schuldengrenze bleibe somit erhalten.

Gleiches meint der Börsenhändler zur Schuldenkrise. „Ich fürchte, dass schon bald die Anleiheblase platzen könnte, vielleicht schon in wenigen Monaten.“ Dies erklärt Mr. Dax mit den zu hohen Anleihen-Preisen und den zu niedrigen Renditen, die eine Blase erzeugten.

Durch den Vermögensumfang von Billionen Dollar und Euro sieht Müller hier sogar eine riesige Blase. Sollte diese platzen, sagt Müller eine Flucht aus Staatsanleihen voraus. Denn dann bräuchten viele Geld, da der Kreditmarkt ebenfalls einfriere. Dieses Geld werde dann aber laut Müller schlussendlich wieder in Sachwerte wie Aktien gesteckt.

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