Messechef Konrad Schmidt „Ich rechne mit einer hybriden DKM 2021“

Seite 2 / 3

Aus Ihrem Maschinenraum: Wie viel Mehraufwand haben Sie als DKM-Veranstalter, weil digital vieles einfacher wird, gleichzeitig aber diese digitalen Wege erst noch aufgesetzt werden mussten?

Eine Leitmesse auf die Beine zu stellen, ist immer mit enormem Aufwand verbunden. Und der Aufwand in diesem Jahr ist besonders groß. Bis März haben wir die physische DKM in Dortmund geplant, dann ein paar Wochen parallel gearbeitet und mit der Entscheidung zur digitalen Durchführung der Veranstaltung blieben uns nur fünf Monate bis zum Start der DKM 2020. Und da wir im Sinne unserer Kunden hohe Ansprüche an die Plattform stellen, haben wir in dieser Phase schon sehr viel investiert.

Wir als Unternehmen mit unseren Mitarbeitern arbeiten schon immer sehr digital und prozessaffin. Und trotzdem, war in diesem Jahr vieles neu. Mein Team muss sich plötzlich mit ganz neuen Fragestellungen auseinandersetzen. Und dann galt es, dieses Neuland unseren Kunden zu erklären und verständlich zu machen.

Wie mussten Sie dieses Jahr das Marketing für eine Digitalmesse anpassen? Was für Lehren konnten Sie bereits ziehen?

Da wir es geschafft haben, die Charaktereigenschaften der DKM in die digitale Welt zu überführen, sehe ich keinen großen Unterschied zu einer Präsenzmesse. Höchstens, dass die Mehrwerte einer digitalen Plattform etwas erklärungsbedürftiger sind als bei einer schon erlebten Präsenzmesse. Kommunikativ sind wir nun verstärkt in den sozialen Medien und im Online-Bereich unterwegs. Aber dieser Trend gab es schon vor Corona.

Die Welt war vor Corona nicht komplett analog und wird auch künftig nicht vollständig digital aussehen. Es verschieben sich aber die Parameter. Wie viel digitalen Austausch und wie viel Kundenkontakt und brancheninternes Netzwerken braucht Ihrer Meinung nach die Versicherungsbranche? Wie sieht ein künftiger Mix aus?

Ein persönliches Gespräch, ein Händeschütteln ist durch nichts zu ersetzen. Manchmal braucht es einfach einen tiefen Blick in die Augen, um Probleme zu lösen. Das kann Videotelefonie nicht ersetzen. Gerade auf einer Messe kommt es auf das Gesamtpaket an. Hier geht es auch um Emotionen, Geräusche, und Gerüche, die man digital nun mal nicht rüberbringen kann. Die Zukunft liegt hier sicherlich beim Thema Hybrid. Für manchen Makler mag es ausreichend sein, die DKM nur digital zu verfolgen, andere wiederrum präferieren das Gesamtpaket. Wir werden sicherlich unsere Erfahrungen dieser besonderen Messe in zukünftige Messekonzepte einfließen lassen.

Mehr zum Thema
HonorarberatungCon Fee listet Produkt für Erblasser BdV-Chef Axel Kleinlein„Wir hätten einen Prozess nicht gescheut“ GetsuranceBerliner Insurtech in der Insolvenz