IEA-Prognose

Mehr Öl, sinkende Ölpreise

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Das Angebot dürfte die Nachfrage in dem Zeitraum um durchschnittlich 1,75 Millionen Barrel täglich übersteigen und könnte noch höher ausfallen, wenn die OPEC ihre Förderung weiter erhöht, wie die IEA am Dienstag mitteilte. Im vergangenen Monat war die IEA noch von 1,5 Millionen Barrel an täglichem Produktionsüberhang ausgegangen. Der Iran hat seine Produktion im Januar erhöht, nachdem die Sanktionen aufgehoben wurden. Das irakische Fördervolumen erreichte einen Rekord und Saudi-Arabien förderte ebenfalls mehr. Ihre Prognose für die globale Ölnachfrage kürzte die IEA zudem.

"Da der Markt bereits mit Öl überschwemmt ist, sind deutliche Preissteigerungen kurzfristig nicht zu sehen", erklärte die in Paris ansässige Organisation, die 29 Länder vertritt. "Unter diesen Umständen hat sich das Abwärtsrisiko erhöht."

Die Ölpreise sind Ende Januar auf ein Zwölfjahrestief gerutscht und verharren nun nahe bei 30 Dollar je Barrel. Die Wahrscheinlichkeit koordinierter Produktionskürzungen ist nach Einschätzung der IEA sehr gering.

Die Öllagerbestände der Industrieländer sind im Dezember um 7,6 Millionen Barrel auf 3 Mrd. Barrel gestiegen. Normalerweise sinken die Lagerbestände in dem Monat. Damit liegen die Reserven rund 350 Millionen Barrel über dem Durchschnittsvolumen.

Das Ölangebot von Produzenten ausserhalb der OPEC ist dagegen im Januar gegenüber dem Vormonat um 500.000 Barrel täglich gesunken. Die Nicht-OPEC-Produktion wird der IEA zufolge in diesem Jahr um 600.000 Barrel sinken, da der US- Schieferölboom abebbt. Doch ziehe sich der Rückgang "furchtbar lange" hin.

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