• Bestehende kapitalgedeckte Systeme und deren Stärkung

Weil Kapitaldeckung Zeit benötige, sei ein kapitalgedecktes System wie beispielsweise die Riester-Rente ein wertvolles Gut. Dieses Argument werde in der politischen Diskussion bisher nicht ausreichend beachtet. „Darüber hinaus ist die staatliche Förderung bei der Riester-Rente sehr gut dazu geeignet, die Schere zwischen Arm und Reich zu verringern.“

Infografik: Staatliches Rentensystem zunehmend unter Druck | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Daher solle die Riester-Rente gestärkt werden, was mit einfachen Maßnahmen möglich sei. Auch die betriebliche Altersversorgung (bAV) müsse bei allen Rentenreformen zwingend eine zentrale Rolle spielen. Sie „kann im Übrigen mit einfachen Maßnahmen aktiv gestärkt werden, auch wenn sie keinen ähnlich dringenden Reformbedarf aufweist wie die Riester-Rente“.

  • Die Rolle des Staats bei der Kapitaldeckung beschränken

Wichtig ist den Studienautoren auch, dass sich der Staat bei der kapitalgedeckten Rente nur in der ersten Säule der Altersvorsorge als „Spieler“ auftritt. Bei der betrieblichen und privaten Vorsorge solle er sich auf die Rolle als „Schiedsrichter“ beschränken. Bestehende privatwirtschaftlich organisierte kapitalgedeckte Systeme sollten gestärkt werden.

  • Bedeutung der Renten-Auszahlphase stärker beachten

Auch die Auszahlphase solle in der politischen Diskussion eine wichtige Rolle spielen. Denn: „Auch in Zukunft muss aber durch geeignete Anreize sichergestellt werden, dass zumindest diejenigen Bürger, deren gesetzlicher Rentenanspruch absehbar unter einem gewissen Mindestniveau liegt, ihre lebenslangen Ausgaben durch ein lebenslanges Einkommen absichern.“ Dies sei bei der Riester-Rente und der bAV bereits umgesetzt.

  • Leitplanken für anstehende Renten-Reformen setzen

Insgesamt solle man bei der Reform der Altersvorsorge in Deutschland folgende Leitplanken setzen:

  • Die Einrichtung eines Kapitalstocks zur langfristigen Stabilisierung der gesetzlichen Rente ist sinnvoll. Fragen, wie die teilweise Kapitaldeckung konkret ausgestaltet werden sollte, welche Volumina im weiteren Zeitverlauf aufgebaut werden und wie man deren Finanzierung plant, müssten zeitnah beantwortet werden. Und man muss sich bewusst sein, dass man die Herausforderungen der 2030er Jahre hierdurch nicht bewältigen kann.
  • Um die Herausforderungen der 2030er Jahre ohne eine Überforderung der öffentlichen Finanzen zu bewältigen, sei eine Abkehr von der doppelten Haltelinie sowie eine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze erforderlich. Sie sei idealerweise automatisiert an die Entwicklung der Lebenserwartung gekoppelt.