IGVM

Honorarverbot für Versicherungsmakler verstößt gegen das Grundgesetz

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Versicherungsmakler hätten viele Pflichten - aber so gut wie keine Rechte, meint Wilfried Simon. Im Gespräch mit Ass-Compact wirft der IGVM-Vertreter dem Gesetzgeber sogar Verstöße gegen das Grundgesetz vor.

Es komme häufig vor, dass Versicherungsmakler, die viel Zeit dafür aufwenden, um den Markt zu analysieren und den Kunden umfassend sowie bedarfs- und risikogerecht zu beraten, kein Geld für ihre Leistungen bekommen. Denn viele Interessenten schließen nach der Beratung ihre Verträge im Internet ab, kritisiert Simon. 

GewO verstößt gegen Grundgesetz

Daher sollte es Provisionsberatern erlaubt sein, Verbrauchern auch Honorare zu berechnen. Alles Andere sei „ungerechtfertigten Eingriff in das Grundrecht der Berufsfreiheit nach Artikel 12 in Verbindung mit Artikel 19 des Grundgesetzes“, so Simon. 

Einige Industrie- und Handelskammern (IHKn) sehen das laut Simon anders und verbieten eine Doppelerlaubnis. Es gebe zwar Bestimmungen in der Gewerbeordnung (GewO), auf die sich die IHKn berufen können. Diese verstoßen jedoch nach Simons Auffassung „sowohl gegen das Grundgesetz als auch gegen europäische Grundrechte“. 

Nettotarife: „Gelebte Unabhängigkeit“ 

Außerdem tritt Simon für verpflichtende Nettotarife ein. Alle Versicherer sollen dazu verpflichtet werden, neben dem Courtagemodell Nettotarife bereitzustellen, wenn Versicherungsmakler diese anfordern. „Wir möchten das Courtagemodell nicht durch Nettopolicen ersetzen“, sagt Simon. Doch Bruttopolicen ermöglichten den Versicherern, den Vertrieb ihrer Produkte zu steuern, zum Beispiel durch die Höhe der Courtage, die bei höheren Umsätzen steigt. 

„Hier streben wir gelebte Unabhängigkeit an, denn bei Nettopolicen braucht es keine für Versicherungsmakler meist nachteiligen Courtagevereinbarungen, und Versicherungsmakler können aufwands- und ertragsbezogen ihre Vergütung selbst frei bestimmen und mit ihren Mandanten vereinbaren, so Simon. „Mehr Transparenz geht nicht!“



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