Im Crashtest: 25 Fonds für Lateinamerika-Aktien

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Warum dieser Markt jetzt interessant ist 

Anders Damgaard, Manager des ISI Latin America Equities

Die wichtigste Börse der Region steht in Brasilien, und der brasilianische Index Bovespa geriet bereits vor den weltweiten Kursverlusten Anfang August unter Druck. Als Rohstoff-Hochburg hängt das Land stark von der globalen wirtschaftlichen Entwicklung und vor allem von China ab. Das sich verlangsamende Wachstum war deshalb ein harter Schlag und dürfte gerade Rohstofftitel noch eine Weile belasten.

Deshalb halten wir derzeit fast 10 Prozent Cash vor, um Einstiegschancen nutzen zu können. Auf der anderen Seite sind gerade Unternehmen mit stabilen Einkünften nach der Korrektur wieder attraktiv bewertet.

Zudem glauben wir, dass die Inflation in China jetzt ihren Höhepunkt erreicht hat und die restriktive Geldpolitik ein Ende findet. Das dürfte der Wirtschaft zugutekommen und damit auch den brasilianischen Markt beflügeln. Dort sollten die Zinserhöhungen ebenfalls allmählich zu einem Ende kommen.

Die fünf Sieger und was ihre Manager auszeichnet

Drei Milliarden-Fonds umrahmt von zwei kleinen Dänen – so sieht die Spitzengruppe des aktuellen Crashtests für Lateinamerika-Fonds aus. Der erstplatzierte ISI Latin America Equities von Sydinvest ist ebenso wie der Jyske Latin American auf Rang 5 weniger als 40 Millionen Euro schwer.

Sydinvest-Manager Anders Damgaard hält den Kontakt vom dänischen Aabenraa zu seiner Zielregion über fünf Broker vor Ort, auf Unternehmensbesuche verzichtet er bewusst. Das mit Abstand meiste Geld seines derzeit 75 Titel umfassenden Fonds fließt wie bei allen Konkurrenten nach Brasilien, zweitgrößtes Land ist Mexiko mit rund 16 Prozent.

Alex Duffy und Angel Ortiz, gleichberechtigte Manager des Fidelity Latin America, sehen sich als klassische Stockpicker. Das Besondere an ihrem Fonds: Die interne Benchmark gewichtet alle Titel mit maximal 5 Prozent. Das reduziert den Anteil großer Konzerne wie Vale oder Petrobras am Fondsvermögen.

Auf Rang 3 findet sich unter neuem Namen ein alter Bekannter: Aus dem seit der Auflage 2004 von Chris Palmer betreuten Gartmore Latin American wurde nach der Übernahme durch den Konkurrenten Henderson der Henderson Gartmore Latin American. Palmer blieb mit dem Großteil seines Teams an Bord, so dass Standard & Poor’s den Fonds weiter mit der Höchstnote AAA bewertet.

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Performance, Stressverhalten, Ratings – worauf es im Crashtest ankommt

DER FONDS hat alle überwiegend in Goldminenaktien anlegenden Fonds geprüft, die Ende Juni 2011 mindestens drei Jahre alt und 10 Millionen Euro schwer waren. Im Performance-Vergleich ging es darum, über verschiedene Zeiträume besser abzuschneiden als der Gruppendurchschnitt. Im Stresstest punkteten jene Fonds, die wenig schwankten und die Verluste begrenzten.

Der Rating-Vergleich bündelte die Noten von sieben Ratingagenturen. Für alle drei Kategorien gilt: Je höher der erzielte Rang, desto höher die Punktzahl. Der Spitzenreiter bekommt 100 Punkte, das Schlusslicht geht leer aus. Insgesamt kann ein Fonds maximal 300 Punkte erreichen. Nähere Details zum Crashtest finden Sie hier.

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