Container im Rheinhafen von Mannheim Foto: IMAGO / U. J. Alexander

Voraussichtlich im 2. Quartal

Im Fall P&R fließt das erste Geld

Das erste Geld soll nun fließen. Wie die Münchner Kanzlei des Insolvenzverwalters Michael Jaffé mitteilt, erhalten die Gläubiger bald eine Abschlagszahlung auf ihre Forderungen gegen den insolventen Schiffscontainer-Anbieter P & R. Das hatte die Kanzlei zwar bereits im Dezember in Aussicht gestellt. Mittlerweile steht jedoch auch die Höhe der Auszahlung fest.

So sollen die Gläubiger aus vier insolventen P&R-Gesellschaften im ersten Schritt 206,7 Millionen Euro erhalten. „Alle Gläubiger einer P&R-Gesellschaft mit festgestellten Forderungen erhalten jetzt die gleiche Quote“, betont Jaffé. Allerdings seien die Auszahlungsquoten in den vier Insolvenzverfahren der P&R-Gesellschaften unterschiedlich hoch. Grund: Für die einzelnen Gesellschaften habe man unterschiedlich hohe Rückstellungen bilden müssen, erläutert Jaffé.

Gläubiger der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH und der P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sollen im ersten Schritt 7,5 Prozent erhalten. Gläubigern von P&R Transport-Container GmbH und P&R Container Leasing GmbH stellt Jaffé 4 Prozent in Aussicht. Die Quoten bestätigen müssten letztlich die Gläubigerausschüsse.

Sobald alles zur Auszahlung bereit sei, wolle Jaffé den Gläubigern schriftlich mitteilen, mit welchem Betrag sie genau rechnen könnten. Voraussichtlich im zweiten Quartal will die Kanzlei das Geld auf den Weg bringen.

Angesichts der hohen Zahl an Geschädigten komme die erste Auszahlung zu einem frühen Zeitpunkt, betont Insolvenzverwalter Jaffé. In der Regel erhielten Gläubiger erst am Ende des Verfahrens Geld. Der nun ausgezahlte Abschlag könne auch nicht mehr zurückgefordert werden.

Insgesamt hat die Kanzlei nach eigenen Angaben mit der Verwertung der Container bislang 475 Millionen Euro erwirtschaftet. „Wir gehen derzeit davon aus, dass es bereits im nächsten Jahr eine weitere Abschlagsverteilung geben wird“, stellt Jaffé in Aussicht. Insgesamt wolle man ein Drittel des Schadens von rund 3,5 Milliarden Euro für die Anleger ill der Insolvenzverwalter laut eigener Aus

Der Fall P&R hatte Anfang 2018 in Deutschland hohe Wellen geschlagen. Das Unternehmen aus Grünwald bei München hatte Schiffscontainer als Investments verkauft und diese von den Anlegern zurückgemietet. Das Geschäft wandelte sich mit der Zeit zum Schneeballsystem. Als die P&R-Gesellschaften 2018 Insolvenz anmeldeten, waren von 1,6 vermieteten Containern lediglich 600.000 nachweisbar. Rund 54.000 Anleger sollen mit P&R-Investments Schiffbruch erlitten haben. Laut Manager Magazin geht es um einen Gesamtschaden von 3,5 Milliarden Euro.

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