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Im Krieg der Währungen

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Da sind auf der einen Seite die USA, die alles versuchen, um ihrer Konjunktur den Schwung zu verleihen, der die Gefahr einer jahre-, vielleicht jahrzehntelangen Stagnation à la Japan bannt.

Außer auf riesige Konjunkturpakete und niedrigste Zinsen setzen Obama und Notenbankchef Bernanke andere Währungsräume ganz offen – oder hinter verschlossenen Türen beim Treffen der G7 – unter Druck, um für eine bessere Außenhandelsposition der USA zu sorgen. Dazu braucht es einen schwachen Dollar, der die Güter der Amerikaner billiger macht und die Produkte anderer Länder teurer werden lässt.

Herausforderer China

Genau das aber wollen auf der anderen Seite die Chinesen nicht zulassen. Sie kaufen deswegen seit Jahren alle Anleihen der USA auf, verknappen das Angebot an Dollar und halten so und mit anderen administrativen Mitteln den Preis der amerikanischen Währung künstlich hoch. Die erzielte Unterbewertung ihrer eigenen Währung ist die Basis für die exorbitanten Exporterfolge der Chinesen in der globalen Welt. Aber ist dieses Ringen um Handelsvorteile schon der Krieg um die Vorherrschaft in der (ökonomischen) Welt?
Die chinesische Strategie erinnert phasenweise an die der Deutschen. Die konnten mit Devisenverkehrskontrollen bis in die späten 70er-Jahre hinein und mit der fabulösen stabilitätsorientierten Politik der Bundesbank die jahrzehntelange Unterbewertung der Mark gegenüber dem Dollar verfestigen. Das hat uns zum Exportweltmeister gemacht. Kein Beobachter wäre aber auf die Idee gekommen, daraus den Anspruch der Deutschen abzuleiten, die Vorherrschaft in der globalen Welt zu erobern.

Diener oder Krieger?

Natürlich besitzt China aufgrund seiner Größe ein anderes Potenzial. Und diesmal sind die Einsätze der Beteiligten erheblich höher. Die Chinesen haben über zwei Billionen an Dollarreserven aufgetürmt. Und die Verschuldung der USA auf der anderen Seite ist so groß wie niemals zuvor. Aber trotzdem sollten wir die Kirche im Dorf lassen. China ist wirtschaftlich gerade 1,5 Mal so stark wie Deutschland. Gemessen am amerikanischen Sozialprodukt macht das chinesische ein Drittel aus.

Und der Schatz der Chinesen, die Dollar-Anleihen, könnte, wenn die USA weiter daran arbeiten (Stichwort: Quantitative Easing), schnell weg inflationiert sein. Vor allem aber ist Technologieführerschaft eine wichtige Voraussetzung für die Hegemonie-Position in der Welt. Technologieführer sind unangefochten die USA. China ist bislang nur eine verlängerte Werkbank der industrialisierten Länder.

Zum Autor: Bernd Hashemian ist Vorstand der Kroos Vermögensverwaltungs AG in Münster und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de. In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

Lesen Sie weitere Kolumnen von Vermögensverwaltern in unserer Themenrubrik Vermögensverwalter.

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