Peter Kallmeyer, Buss Capital

Peter Kallmeyer, Buss Capital

Im Porträt: Peter Kallmeyer von Buss Capital

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„Die größte Herausforderung für meine Branche?“ Peter Kallmeyer überlegt nicht lange: „Wir sollten besser kommunizieren, dass wir wissen, was wir tun – und dass wir uns für die Anleger einsetzen.“ Seit der jüngsten Wirtschaftskrise herrschen laut dem Buss-Capital-Geschäftsführer neue Bedingungen: „Früher kamen schlecht gemachte Fonds in Schwierigkeiten, heute sind vom wirtschaftlichen Einbruch und dem Preiskampf alle betroffen.“

So hat auch Buss Capital 2009 zwei Containerschiffe von den Anlegern zurückgekauft. „Angesichts der Marktentwicklung die sauberste Lösung“, so Kallmeyer. „Wir haben zwar 2009 keine Gewinne geschrieben, aber ein unternehmergeführtes Haus ist langfristig orientiert und hält so etwas besser aus als etwa eine börsennotierte Gesellschaft.“

2003 gegründet, hat die Tochter des über 90 Jahre alten Hamburger Hafenlogistik- Unternehmens Buss bislang 30 Fonds an den Markt gebracht, die in Container, Fracht- und Kreuzfahrtschiffe und Immobilien in Deutschland und Holland investiert haben. Sie laufen weitgehend im oder über Plan, nur bei den Kreuzfahrtschiffen gab es mit den Auszahlungen kleine Abweichungen nach unten.

Für Kallmeyer schafft ein guter Initiator die Balance zwischen kompromissloser Produktqualität und Verkaufbarkeit. Die Eigenbeteiligung und erfolgsabhängige Vergütung des Emissionshauses gehören für ihn als vertrauensbildende Maßnahmen dazu. Und der Mut, eigene Wege zu gehen: So hat Buss Capital zuletzt konsequent auf A-Lagen in B-Standorten gesetzt.

Pauschale Wahrheiten gibt es für Kallmeyer ohnehin nicht: „Manche meinen, dass eine Immobilie zur Risikodiversifizierung immer möglichst viele Mieter haben sollte. Ich denke, dass man mit einem nicht zu großen Haus in guter Lage und bonitätsstarkem Einzelmieter besser fährt, weil er zur Immobilie steht, sie besser pflegt und der Verwaltungsaufwand niedriger ist.“

Kallmeyer ist es auch nicht so wichtig, bei den Platzierungs-Rennlisten vorn zu sein – wohl aber bei der Transparenz. So verstehe es sich für Buss Capital von selbst, als Mitglied des Verbands Geschlossene Fonds (VGF) die jährlichen Leistungsbilanzdaten fristgerecht und vollständig zu liefern: „Alles andere schadet der Glaubwürdigkeit.“ Buss Capital informiert seine Anleger schon heute viertel- und halbjährlich über Soll-Ist- Auswertungen für jeden Fonds.

Was ihn selbst noch herausfordern könnte? „Ich will noch ein neues Immobilien- Produkt entwickeln – nicht in der Art der Verpackung, sondern als Asset“, so Kallmeyer. „Es kann gut sein, dass wir uns dazu nicht in Deutschland oder Holland orientieren.“

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