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100 Fondsklassiker
Fidelity Fast Global: Dmitry Solomakhin schwimmt gerne gegen den Strom
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100 Fondsklassiker Fidelity Fast Global: Dmitry Solomakhin schwimmt gerne gegen den Strom

Ausstellung von Rolls-Royce-Turbinen auf der Farnborough Airshow
Ausstellung von Rolls-Royce-Turbinen auf der Farnborough Airshow: Der britische Hersteller von Triebwerken für die Luft- und Raumfahrt ist die größte Position im Fidelity Fast Global. | Foto: Imago Images / YAY Images

Wie erfolgreich sind Long-Short-Fonds? Betrachtet man die vergangenen zehn Jahre, kann die Antwort nur lauten: mäßig. Seit Anfang 2014 erzielte die recht überschaubare Gruppe der weltweit anlegenden Strategiefonds mit diesem Schwerpunkt im Durchschnitt einen Wertzuwachs von 62 Prozent. Traditionelle Aktienfonds kamen hingegen auf ein Plus von 106 Prozent. Natürlich eine Folge der langjährigen Nullzinspolitik der Notenbanken, die viele Wetten auf sinkende Kurse nicht aufgehen ließ.

Turnaround-Situationen im Fokus 

Doch auch weiter zurückreichende Zeitreihen lassen eigentlich nur einen Schluss zu: Aus Gewinnern und Verlierern am Aktienmarkt gleichzeitig Kapital zu schlagen ist ein schwieriges Geschäft, das längst nicht
jeder oder jede beherrscht. Einer, der es offensichtlich tut, ist Dmitry Solomakhin. Der Manager des Fidelity Fast Global steigerte den Anteilspreis seines Fonds in den vergangenen zehn Jahren um 225 Prozent und muss auch über kürzere Zeiträume den Vergleich mit der traditionell arbeitenden Konkurrenz nicht scheuen.

Quelle Fondsdaten: FWW 2024
  • Auflegung: 30.09.2013
  • ISIN: LU0966156712
  • Performance YTD: -5,21%
  • Performance 3 Jahre: 51,43%
  • Performance 5 Jahre: 85,98%
  • Performance 10 Jahre: 224,93%
  • Sharpe Ratio 5 Jahre: 0,67
  • Sum. lfd. Kosten: 2,25%
  • Volatilität 5 Jahre: 22,37%
  • Volumen in Mio. EUR: 768

Deshalb gehört der Fast Global seit Jahresbeginn zu jenen 100 Fondsklassikern, deren Entwicklung DAS INVESTMENT regelmäßig verfolgt und kommentiert. Solomakhin bezeichnet sich selbst als Contrarian-Value-Investor, spezialisiert auf Turnaround Situationen. Mental kein leichter Job, sowohl bei den von ihm als gut wie auch bei den als schlecht beurteilten Unternehmen. Erstere haben in der Regel schwierige Zeiten durchlaufen, gute Nachrichten sind Mangelware, sich abzeichnende Fortschritte werden von der Öffentlichkeit und vielen anderen Investoren erst ganz allmählich wahrgenommen.

Letztere wiederum sonnen sich im Glanz früherer Erfolge – eine Veränderung zum Schlechteren wollen meist weder die verantwortlichen Firmenlenker noch deren durch üppige Kursgewinne verwöhnten Aktionäre erkennen. Genau darin liegt jedoch die Chance für einen versierten Contrarian. Das Innenleben börsennotierter Unternehmen kennt Solomakhin aus eigener Erfahrung: Er startete seine Karriere 1999 als IT-Projektmanager bei Nestlé und wechselte später in gleicher Funktion zu Gillette. Seit 2006 arbeitet er für Fidelity – zunächst als Analyst für europäische Aktien, später dann im globalen Technologieteam.

 

Skeptisch gegenüber dem Hype im Technologiesektor

Den Fidelity Fast Global betreut er seit der Auflegung im September 2013. Waren seine im Technologiesektor gesammelten Erfahrungen in der Vergangenheit durchaus gut für den einen oder anderen Prozentpunkt auf der Long-Seite, so steht Solomakhin der Branche mittlerweile ausgesprochen skeptisch gegenüber – die Summe aus Long- und Short-Positionen dort ist schon seit 2023 negativ. Eine Folge vor allem des aktuellen Hypes um das Thema Künstliche Intelligenz, den Solomakhin für übertrieben hält.

Doch auch ganz generell lässt es der Fidelity-Manager derzeit eher vorsichtig angehen. „Der Übergang zu einem normaleren monetären Umfeld dürfte noch viel größere Verluste an den Märkten hervorrufen, als wir bisher gesehen haben“, warnt er mit Blick auf die stark gestiegenen Zinsen. Viele Unternehmen seien einfach nicht in der Lage, sich in einem solchen Umfeld zu behaupten, und auch die Inflation könne sich 2024 als deutlich hartnäckiger erweisen, als viele Analysten es vorhersagen.

Statt auf die teuren Top-Titel im US-lastigen MSCI World setzt Solomakhin in diesem Umfeld lieber auf Titel wie den britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce. Für ihn eine klassische Turnaround-Story, so wie der ganze, mit 30 Prozent netto gewichtete britische Markt. In Japan hingegen, von anderen Value-Investoren schon seit Längerem als überaus chancenreiches Terrain eingestuft, wird Solomakhin derzeit gar nicht fündig und hält nur einige kleinere Short-Positionen. Ein echter Contrarian eben. 

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