Frankfurter Skyline: Der Run auf Büros setzt sich fort. | © Getty Images

Immobilien

Der Büromarkt boomt

Es ist eine einfache Gleichung: Steigt die Nachfrage und sinkt das Angebot, klettern die Preise höher und die Renditen fallen. Punkt. So viel zum Ausblick 2020 für den deutschen Büroimmobilienmarkt.

Warum die Nachfrage steigt? Es gibt kaum Alternativen. Auf dem Rentenmarkt jedenfalls kann man froh sein, wenn man mit einer Null vor dem Komma davonkommt. Weltweit sind derzeit enorme 15,5 Billionen Euro mit negativer Verzinsung angelegt. Kaum ein Staatspapier liefert noch eine positive Rendite. Und auch bei immer mehr Unternehmensanleihen zahlen Anleger dafür, dass sie der Firma Geld leihen.

Der Autor Marcus Lütgering ist seit Juni 2010 bei JLL für Investitionen in Büroimmobilien in Deutschland verantwortlich.
Foto: JLL

Insbesondere für Versicherungen und Pensionskassen mit langfristigen Verpflichtungen wird das zum Problem. Einerseits müssen sie die Gelder aus den noch gut verzinsten auslaufenden Anleihen wieder anlegen. Andererseits bekommen sie immer mehr Geld, weil die Sparquote steigt: Mit 11 Prozent kletterte sie 2018 so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Wohin also mit dem Geld? Aktien und Aktienfonds wären durchaus eine Alternative, gelten aufgrund ihrer vergleichsweise starken Kursschwankungen aber als riskant. Bleiben alternatve Investments, vor allem Immobilien. Auf dem Immobilienmarkt indes sinkt die Zahl der Transaktionen: In den ersten drei Quartalen 2019 wurden bereits 14 Prozent weniger Büroimmobilien in den Big-7-Standorten Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München verkauft als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Der Grund ist das mangelnde Angebot: Die Verkaufsbereitschaft sinkt, weil niemand mehr mit steigenden Renditen rechnet. Das frei werdende Kapital müsste ja wieder angelegt werden. Zwar wird durchaus auch gebaut: In den ersten drei Quartalen 2019 wurden in den Big 7 insgesamt 800.000 Quadratmeter fertiggestellt, 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

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