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Wohn- und Bürogebäude So hat sich der deutsche Immobilienmarkt im ersten Quartal entwickelt

Fassade eines Bürogebäudes: Qualitativ hochwertige Flächen werden weiterhin gefragt sein.
Fassade eines Bürogebäudes: Qualitativ hochwertige Flächen werden weiterhin gefragt sein. | Foto: Imago Images / Pond5 Images

Nach vielen Jahren beispiellosen Booms haben Immobilienanleger weltweit jüngst ordentlich Federn lassen müssen. Schnell und stark steigende Bauzinsen sowie zeitweise schlechte Verfügbarkeit von Baumaterialien haben unter anderem dafür gesorgt, dass sowohl die Baugenehmigungen als auch die Nachfrage nach Immobilienkrediten eingebrochen sind.

Bei bereits fertiggestellten Bürogebäuden hingegen hat ein verstärkter Trend zum Homeoffice für sinkende Nachfrage nach verfügbaren Flächen gesorgt. Das spiegelt sich in der weltweiten Entwicklung von Immobilien: Im vergangenen Jahr betrug das Gesamtvolumen laut einer Analyse von Jones Lang LaSalle (JLL) 554 Milliarden Euro (2022: 996 Milliarden; 2021: 1.188 Milliarden) – das entspricht einem Rückgang um 44 Prozent und ist das niedrigste Niveau direkter Investitionen seit 2011 (504 Milliarden), so das Beratungsunternehmen in seinem Bericht Global Real Estate Perspective.

Doch die Aussichten hellen sich auf: Im vierten Quartal fiel der Rückgang milder aus: Zwischen Oktober und Jahresende betrug das weltweite Volumen 155 Milliarden.

Die Veränderung im Immobilienmarkt zeigt sich auch in den einzelnen Anlageklassen. Zwar liegen Wohngebäude mit 147 Milliarden nach wie vor ganz vorne – allerdings betrug der Rückgang satte 53 Prozent. Dadurch sind sie nur noch knapp vor Industrie- und Logistikgebäuden. Dort betrug das Transaktionsvolumen 130 Milliarden (-35 Prozent). Damit liegt diese Anlageklasse vor Büros, die davor noch den zweiten Platz belegten (120 Milliarden/-49 Prozent).

 

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Der Rückblick auf 2023 sorgt also eher für trübe Stimmung – bringt 2024 vielleicht Besserung? Nun liegen die Zahlen für das erste Quartal in Deutschland vor – und es zeigt sich ein erster Hoffnungsschimmer.

„Auf den Investmentmärkten löst sich seit Jahresbeginn langsam die Schockstarre“, sagt Konstantin Kortmann, Deutschlandchef und Leiter der Abteilung Märkte bei JLL. Allerdings mache sich das derzeit noch nicht in den Zahlen bemerkbar – im aktuellen Marktumfeld wird noch viel Zeit bis zum Abschluss benötigt.

Im ersten Quartal 2024 wurden laut JLL Immobilien im Wert von 6,3 Milliarden Euro verkauft. Zum Vergleich: Das liegt 19 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres und ist damit weiterhin sehr schwach. Das Beratungsunternehmen ist allerdings vorsichtig optimistisch und rechnet damit, dass es in den folgenden Quartalen eine deutlich höhere Abschlussquote gibt und das Volumen am Ende des Jahres dadurch etwa 40 Milliarden Euro betragen wird.

Damit diese positive Entwicklung weitergeht, ist aus Kortmanns Sicht entscheidend, dass nun alle Marktteilnehmer Stabilität und Planbarkeit haben.