Die Talfahrt für die Preise von Wohnimmobilien scheint sich ihrem Ende zu neigen. Die sinkende Preiskurve war bereits in den ersten drei Quartalen 2023 abgeflacht. Zwischen Oktober und Januar ist sie bei ihrem Seitwärtstrend geblieben. Das zeigt nun eine Analyse von Immowelt.
Der Betreiber des gleichnamigen Immobilienportals hat untersucht, wie sich die Angebotspreise von Bestandswohnungen in Deutschlands Großstädten im vierten Quartal verändert haben und liefert konkrete Zahlen. In Erwartung der Leitzinssenkungen sind in diesem Zeitraum bereits die Bauzinsen heruntergegangen. Mit Verzögerung hat der Zinsmarkt auch Auswirkungen auf die Immobilienpreise.
Preisrückgänge fallen schwächer aus
Im vierten Quartal 2024 sind die Angebotspreise von Bestandswohnungen deutschlandweit kaum merklich um durchschnittlich 0,2 Prozent gesunken. Damit hat sich die negative Preisdynamik deutlich abgeschwächt, nachdem es im dritten Quartal noch 1,5 Prozent waren. Im zweiten Quartal betrug der Rückgang 1,4 Prozent und im Quartal davor waren es noch 1,7 Prozent.
Immowelt Geschäftsführer Felix Kusch geht davon aus, dass sich die Preise vorerst noch einige Monate mit leichten Schwankungen seitwärts bewegen werden. Für das Jahr 2024 blickt Immowelt aber zuversichtlich auf die Immobilienbranche. Die sinkenden Bauzinsen haben Ende 2023 bereits einen positiven Effekt auf die Kaufkraft der Immobilienkäufer, wie aus der Grafik hervorgeht.
Einfluss des Anstiegs der Bauzinsen auf die Kaufkraft beim Immobilienkauf
Mit flächendeckenden und kontinuierlichen Preisanstiegen rechnet Immowelt erst in der zweiten Jahreshälfte 2024. Das hängt vor allem mit der Trägheit des Immobilienmarktes zusammen. Jetzt könnte der richtige Zeitpunkt für den Erwerb sein, rät Kusch nun Immobilienkäufern, die bereits ein Objekt im Auge haben.
Immobilienpreise in den großen Städten und Metropolen
Im vierten Quartal sind die Wohnungspreise schon in 30 von 75 Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern gestiegen. Sinkende Preise waren in 43 der untersuchten Städte zu beobachten. Damit geht diese Anzahl stark zurück. Im dritten Quartal stellte Immowelt noch bei 65 Städten Rückgänge fest. Insgesamt liegen die aktuellen Kaufpreise für Eigentumswohnungen bei den meisten Städten (71) unter dem Wert von vor einem Jahr und bei fast allen (74) unter dem von vor zwei Jahren.
So haben sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im vierten Quartal 2023 entwickelt
Das heterogene Bild der Großstädte allgemein wird auch von den Metropolen gespiegelt. Teilweise zeichnet sich hier ab, dass der Preistiefpunkt bereits überwunden wurde. So steigen beispielsweise in den Millionenstädten Berlin, Köln und Hamburg die Preise wieder. Von Oktober bis Januar erhöhten sich die Preise in Hamburg und Köln leicht um 0,1 beziehungsweise 0,5 Prozent. In Berlin waren es im gleichen Zeitraum schon 1,2 Prozent.
Als einzige der Millionenstädte ist München noch nicht an der Talsohle angekommen. Das Preisniveau in der Landeshauptstadt bleibt auch nach eineinhalb Jahren mit starken Rückgängen zu hoch, um die Nachfrage zu erhöhen und so die Preistendenz zu drehen. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres sind gaben die Preise um 0,5 Prozent nach. Auch in Frankfurt und Stuttgart verringerten sich die Preise noch um jeweils über 2 Prozent.
Preisentwicklung von Eigentumswohnungen in den deutschen Top-5-Städten pro Quadratmeter

