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Aktualisiert am in ImmobilienLesedauer: 4 Minuten

Preisindex Zweiter Rückgang in Folge: So stark fallen die Immobilienpreise

Altes Gebäude am Hühnermarkt in Frankfurt am Main: In der Bankenmetropole sind die Immobilienpreise am stärksten gesunken
Altes Gebäude am Hühnermarkt in Frankfurt am Main: In der Bankenmetropole sind die Immobilienpreise am stärksten gesunken | Foto: IMAGO Images / Schöning

Die Zeiten von endlos steigenden Preisen sind am deutschen Immobilienmarkt vorbei. Das zeigt der aktuelle Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) vom Februar 2023. Demnach stiegen die Immobilienpreise insgesamt deutschlandweit im vierten Quartal um 0,8 Prozent verglichen mit dem vierten Quartal 2021. Vom dritten zum vierten Quartal gaben die Preise jedoch insgesamt um 2,0 Prozent nach. Das ist der zweite Rückgang in Folge auf Quartalssicht.

Der Rückgang der Preise am Wohnungsmarkt setzte sich auch im vierten Quartal 2022 fort. Das Minus beträgt 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, im Zwölf-Monats-Schnitt legten die Preise für Wohnimmobilien jedoch um 2,1 Prozent zu. Das ist vor allem auf die Preisentwicklung für selbst genutztes Wohneigentum zurückzuführen, welches sich trotz eines Rückgangs um 1,5 Prozent im letzten Quartal noch um 3,9 Prozent im Jahresvergleich verteuerte.

Preise für Gewerbeimmobilien fallen

Deutlich schlechter lief es bei Gewerbeimmobilien. Sowohl beim Vergleich des vierten Quartals 2022 mit dem Vorjahresquartal (-4,4 Prozent) als auch beim Vergleich des vierten mit dem dritten Quartal 2022 (-2,9 Prozent) gibt es deutliche Rückgänge bei den Immobilienpreisen. Besonders unter Druck geraten Einzelhandelsimmobilien mit -9,1 Prozent (gegenüber Vorjahresquartal) beziehungsweise -4,2 Prozent (gegenüber Vorjahresquartal).

Der Trend zu sinkenden Immobilienpreis hält weiter an

Der Index des vdp beruht im Gegensatz zu vielen anderen Studien nicht auf ausgewerteten Angebotspreisen, sondern auf Transaktionsdaten von mehr als 700 Kreditinstituten.

Hauptursachen für die gesunkene Nachfrage nach Wohneigentum sind die steigenden Kreditzinsen in Kombination mit den nach wie vor hohen Immobilienpreisen sowie die gestiegenen Baukosten.

Die höheren Kreditzinsen sorgten für einen Nachfrageschock: Eine Untersuchung der Beratungsfirma Barkow Consulting zeigte, dass das Neugeschäft deutscher Banken mit Immobiliendarlehen an Privathaushalte und Selbstständige im Dezember um 43 Prozent zum Vorjahresmonat eingebrochen ist. Das ist der vierte Negativrekord in Folge seit 2003. Das Volumen mit Neugeschäft sei mit 13,5 Milliarden so gering wie seit 2011 nicht mehr.

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Mieten steigen deutlich

Die Neuvertragsmieten stiegen gemessen am vierten Quartal 2021 um 6,5 Prozent und am dritten Quartal 2022 um 1,9 Prozent, zeigt der vdp-Immobilienpreisindex. Dieser Anstieg resultierte aus der unverändert hohen Nachfrage nach Wohnraum sowie aus der zu geringen Neubautätigkeit. „Bei den steigenden Mieten deutet sich keine Trendumkehr an, im Gegenteil: Denn die Neubautätigkeit liegt weiterhin weit hinter dem Bedarf zurück“, so Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.

Das von der Bundesregierung angekündigte Ziel von 400.000 neu gebauten Wohnungen pro Jahr wird deutlich verfehlt. In der Bauindustrie geht man derzeit von rund 250.000 neu gebauten Wohnungen aus – mit rückläufiger Tendenz. Für 2023 rechnen manche Experten mit dem Neubau von rund 200.000 Wohnungen, für 2024 mit sogar noch weniger.

Deutscher Immobilienmarkt verkraftet Preiskorrektur gut

„Die vielen Krisen des Jahres 2022 hinterlassen am Jahresende nun auch Spuren auf dem Immobilienmarkt, das haben wir auch so vorhergesagt“, erklärte Tolckmitt. „Die Preisentwicklungen weisen im Quartalsvergleich jetzt durchweg Minuszeichen auf.“ Man rechne auch für die nächsten Quartale mit Rückgängen, wenn auch auf moderatem Niveau. Ein großer Crash am Immobilienmarkt sei demnach nicht zu erwarten. „Die insgesamt gesunden Rahmenbedingungen des deutschen Immobilienmarktes sollten dazu beitragen, dass er die aktuelle Preiskorrekturphase gut verkraftet.“

Unter den deutschen Großstädten landet Berlin an der Spitze. Dort verbilligten sich Wohnimmobilien im vierten Quartal 2022 lediglich um 0,7 Prozent im Quartalsvergleich. Am deutlichsten ist dagegen der Rückgang in Frankfurt: Mit -4,8 Prozent weist die Finanzmetropole die negativste Entwicklung auf. Selbst im Jahresvergleich wird hier ein Rückgang um 2,7 Prozent verzeichnet.

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