Immobilien-Studie

Wohnimmobilien hatten bessere Rendite als der MSCI

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7,9 Prozent durchschnittliche Jahresrendite – Mieteinnahmen und Gewinn durch Wertsteigerung - konnte eine Anlage in deutschen Wohnimmobilien in A-Lagen von 1992 bis 2014 erwirtschaften. An B-Standorten lag sie sogar bei 8,3 Prozent. Damit sind Immobilien die großen Gewinner im Anlageklassen-Vergleich. Sie konnten den internationalen Aktienindex MSCI World schlagen, der im selben Zeitraum eine durchschnittliche Total-Return-Rendite von 6,9 pro Jahr erwirtschaftet hat. Auch der Rentenindex Rex schnitt mit 6,3 Prozent Wertsteigerung jährlich eindeutig schlechter ab. Lediglich der Dax hat mit 10,0 Prozent eine noch höhere Rendite eingefahren. Diese Zahlen hat die Studie „Wohnimmobilienrenditen in Deutschland“ des Immobilieninvestors Wertgrund ermittelt.

Immobilien haben in den vergangenen 22 Jahren ihrem Beinamen „Betongold“ alle Ehre gemacht. Neben hohen Renditen sind Immobilien auch eine beständigere Anlage. Ihr Wert stieg von Jahr zu Jahr um durchschnittlich 3,63 Prozent in A-Städten und um 2,93 Prozent an B-Standorten. Außerdem ist ihre Rendite viel geringeren Schwankungen ausgesetzt als der deutsche Aktienmarkt, vertreten durch den Leitindex Dax: Die Total-Return-Rendite von Wohnimmobilien in den 127 größten Städten lag im Untersuchungszeitraum zwischen -0,65 und 15,4. Der Dax hat mit zwischen -26,7 und 44,5 wesentlich stärker in beide Richtungen ausgeschlagen. Terroranschläge oder die Blase am sogenannten „Neuen Markt“ haben bei Aktien deutliche Spuren hinterlassen, an Immobilieninvestments sind sie einigermaßen spurenlos vorbeigezogen. Selbst in den Krisenjahren 2008/2009 lagen die Mietrenditen von Objekten in größeren deutschen Städten noch über 4 Prozent.

Zehnjährige Bundesanleihen, der maßgebliche Indikator für den Rentenmarkt, haben im beobachteten Zeitraum massiv an Wert eingebüßt. 1999 waren hier noch 4,49 Prozent zu erzielen. 2014 war die Rendite dieser sehr sicheren Anlage auf 0,39 Prozent abgerutscht. Die Mietrenditen für Wohnimmobilien in A-Städten sind im selben Zeitraum zwar ebenfalls leicht zurückgegangen: von 4,32 auf 3,45 Prozent. Sie haben sich im Vergleich trotzdem als ungleich stabiler erwiesen.

Weitere Entwicklung ungewiss

Keine positive Nachricht ohne Wermutstropfen: Leider sagt die gute Entwicklung der Vergangenheit noch nichts über die Zukunft aus. Immerhin sind Investitionen in Wohnimmobilien nicht ganz so risikolos, wie es etwa Bundesanleihen zu sein versprechen. Unter dem Eindruck der niedrigen Zinsen haben viele Investoren die Assetklasse Immobilien in den letzten Jahren für sich entdeckt. Der Run hatte Folgen: Immobilien haben sich in den vergangenen Jahren an gefragten Standorten stark verteuert. Vielerorts werden sie mittlerweile weit jenseits ihres angemessenen Werts gehandelt. Trotzdem zahlen Investoren mitunter auch bedenklich überteuerte Preise. Wie es am Immobilienmarkt weitergeht, wenn in Zukunft auch die Zinsen sukzessive wieder steigen, bleibt also abzuwarten.

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