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Immobilienfonds „Brexit-Panik erinnert an Lehman-Debakel“

Seit dem Referendum über den EU-Austritt Großbritanniens am 23. Juni haben nun sieben britische Anbieter die Rücknahmen von Anteilen ihrer Immobilienfonds ausgesetzt. Denn nach dem britischen Brexit-Votum hatten Anlegermassenhaft ihre Immobilien-Investments verkaufen wollen. Marktanalysten zufolge könnten nämlich die Londoner Preise für Büroimmobilien innerhalb von drei Jahren nach einem Austritt des Landes aus der EU um 20 Prozent fallen.

„Anbieter haben keine andere Wahl“

„Das Problem bei offenen Fonds ist, dass man, wenn Panikverkäufe losgehen, gar keine andere Wahl hat als den Fonds auszusetzen“, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Jason Hollands, Geschäftsführer bei der Investmentfirma Tilney Bestinvest. „Das ist hier derzeit unvermeidlich.“ Auch während der Finanzkrise 2007 und 2008 wurden britische Immobilienfonds geschlossen, was zu einem Verfall der Immobilienpreise in Großbritannien von mehr als 40 Prozent gegenüber ihrem Höhepunkt beitrug.

Erinnerungen an Subprime-Krise

„Das erinnert einen an die Subprime-Fonds von Bear Stearns vor dem Lehman-Debakel“, sagte Bill Gross, Fondsmanager bei Janus Capital, gegenüber Bloomberg TV. „Das System lässt nicht zu, dass die Liquidität an die richtigen Stellen fließt. Wenn diese Immobilienfonds nur ein Indikator sind, dann könnten andere folgen. Ich meine, man sollte sich deshalb Sorgen machen.“
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