Michael Vogt

Michael Vogt

Immobilienfonds-Manager: Einer für alles

Viele Anbieter von Immobilienfonds plädieren dafür, dass Fonds- und Asset-Management getrennt verantwortet werden, also verschiedene Unternehmen oder wenigstens Personen zuständig sind. Das typische Argument: Es gibt jeweils einen Spezialisten, der in seinem Fachgebiet über das erforderliche Know-how verfügt. Während sich der Fondsmanager auf die Themen Recht, Steuern, Controlling und Reporting konzentriert, kann sich der Asset-Manager um die Wertsteigerung der Immobilien kümmern.

Diese Aufteilung ist für Fonds, die nicht auf eine spezielle Nutzungsart fokussiert sind, sicherlich sinnvoll, für Fonds, die sich auf eine bestimmte Nutzungsart beschränken, aber nicht immer die beste Lösung. Denn in der Praxis verläuft eine solche Trennung nur selten problemlos. Durch die Teilung dieser Aufgaben kommt es nicht nur regelmäßig zu Informationsverlusten. Eine solche Trennung erfordert einen erheblich höheren Schnittstellen-, und letztlich Personal- und Zeitaufwand. Zudem muss hier auch stets die Frage der Entscheidungskompetenz und der Verantwortlichkeit gestellt werden.

Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren entscheidenden Aspekt, der gegen die Trennung von Fonds- und Asset-Management spricht: Nur wer die Fondsstrategie im Detail kennt, kann die richtigen Immobilien auswählen und das Management darauf abstimmen. Und nur der Fondsmanager, der seine Immobilien und seine Kunden – die Mieter und die Investoren – kennt, ist in der Lage, den optimalen Ertrag zu erzielen und die richtige Entscheidung zu treffen –mit Blick auf den Fonds und die Immobilie gleichermaßen.

Mein Fazit: Fonds- und Asset-Management sollten bei Immobilien mit einer oder verwandten Nutzungsarten von ein und derselben Person übernommen werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass es nicht zu Schnittstellenverlusten kommt und dem Fondsasset-Manager alle relevanten Informationen im Interesse seiner Anleger stets zur Verfügung stehen.

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