Die Bafin warnte im Dezember bereits vor einem möglichen Zahlungsausfall gegenüber den Anlegern. Nun hat die Deutsche Grundbesitz Holding AG (Degag) aus Hamburg Insolvenz angemeldet, wie das „Handelsblatt“ von Vorstand Bernd Klein erfuhr. Betroffen seien die Dachholding und die Tochtergesellschaft Degag Bestand und Neubau 1 GmbH, zwei weitere Firmen der Gruppe stünden ebenfalls kurz vor der Insolvenz. Den etwa 6.300 Anlegern drohen hohe Verluste. Insgesamt könnten Investments von bis zu 282 Millionen Euro betroffen sein.

 

Die Insolvenzanträge seien notwendig geworden, weil beide Gesellschaften fällige Zahlungen nicht hätten bedienen können, erklärte Vorstand Klein der Zeitung. Kurz vor Weihnachten hatte Degag bereits Zins- und Rückzahlungen bis auf Weiteres ausgesetzt. Als Grund hatte Klein geplatzte Finanzierungen angegeben. Doch auch der Zahlungsstopp konnte die Insolvenz nicht mehr verhindern. „Wir hoffen, dass durch geordnete Insolvenzverfahren die Immobilien genutzt oder verwertet und damit die Gläubiger so gut wie möglich befriedigt werden können“, zitiert das „Handelsblatt“ den Degag-Vorstand. 

Anleger konnten nachrangige Genussrechte erwerben

Die Immobiliengruppe ist auf die Sanierung von Wohnhäusern spezialisiert, die sie anschließend neuvermietete und weiterverkaufte. Anleger konnten sogenannte nachrangige Genussrechte erwerben und erhielten den Angaben zufolge zwischen 6 und 9 Prozent Zinsen im Jahr. Das Risiko war jedoch hoch. So durften nach Informationen des „Handelsblatts“ Rück- und Zinszahlungen der Genussrechte ausgesetzt werden, falls sie die Existenz der herausgebenden Firmen gefährdeten.