Wer aktuell eine Immobilie kaufen und über einen Kredit finanzieren will, zahlt dafür monatlich deutlich weniger als noch vor eineinhalb Jahren. Das ist das Kernergebnis einer Untersuchung von Immowelt. Das Immobilienportal hat sich die Daten aus den 15 größten deutschen Städten angesehen. Verglichen hat es die Kosten auf dem Preis-Peak im Oktober 2022 mit der Situation heute.

Dabei nahmen die Analysten die Sicht eines durchschnittlichen Immobilienkunden ein: Sie maßen einerseits die mittleren Kaufpreise und andererseits die durchschnittlichen monatlichen Kreditraten für ein Annuitätendarlehen. Bei einem Annuitätendarlehen bleiben die abzuzahlenden Raten über die gesamte Laufzeit gleich.

Kaufobjekt in der Untersuchung sollte eine rund 75 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung sein, errichtet in den 1990er-Jahren.

Für die Berechnung der Kreditraten wurde davon ausgegangen, dass die Käufer 30 Prozent Eigenkapitalanteil inklusive Kaufnebenkosten einbringen. Der Kredit sollte über einen Zeitraum von 30 Jahren mit zehn Jahren Sollzinsbindung getilgt werden.

Für Immobilienkäufer ist es günstiger geworden

Demnach genießen Wohnungskäufer heute deutlich bessere Bedingungen. Denn seit Oktober 2022 sind in Deutschland nicht nur die Immobilienpreise gefallen. Auch die Finanzierungsbedingungen sind nach einem vorübergehenden Anstieg der Bauzinsen wieder günstiger geworden. So sanken die durchschnittlichen Bauzinsen erstmals nach zwei Jahren jüngst wieder spürbar. Im Oktober 2022 mussten Kreditnehmer rund 4 Prozent Kreditzinsen berappen, im März 2024 waren es noch rund 3,6 Prozent.

Die Leitzinsen stiegen im Euroraum unterdessen zwar an. Mittlerweile hat die EZB jedoch zu verstehen gegeben, dass sie die Zinsen voraussichtlich schon im Sommer 2024 wieder senken will. 

Beide Entwicklungen – die gesunkenen Immobilienpreise wie auch die billigeren Kreditzinsen – spielen Immobilienkäufern in die Karten. Am meisten sparen können laut der Untersuchung Wohnungskäufer in München. Bei einem mittleren Angebotspreis von aktuell 602.625 Euro für eine 75-Quadratmeter-Wohnung liegt die monatliche Kreditrate derzeit bei monatlich 2.092 Euro. Im Oktober 2022 waren es noch 668.853 beziehungsweise 2.438 Euro. Bei 346 Euro monatlicher Ersparnis müssen Käufer in der bayerischen Landeshauptstadt somit für Tilgung und Zinsen aufs Jahr gerechnet über 4.000 Euro weniger zahlen.

Insgesamt ist es gerade in den besonders hochpreisigen deutschen Städten für Immobilienkäufer zuletzt deutlich günstiger geworden, fanden die Immowelt-Autoren heraus. Dagegen macht sich die Verschiebung in einer Stadt wie Leipzig nur wenig bemerkbar. Dort sparen Wohnungskäufer heute gegenüber Oktober 2022 gerade einmal 42 Euro monatlich bei der Finanzierung ein.

Die Ergebnisse für alle 15 untersuchten Großstädte, gestaffelt nach der Höhe der monatlichen Ersparnis, stehen in der Bilderstrecke.

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