Postbank-Analyse Immobilienpreise im Corona-Jahr weiter gestiegen
Der bundesweit teuerste Landkreis findet sich allerdings nicht in Bayern: Im Landkreis Nordfriesland, zu dem unter anderem die Inseln Sylt, Föhr und Amrum, aber auch Ferienorte wie St. Peter Ording gehören, kostete der Quadratmeter im vergangenen Jahr im Schnitt 6.796 Euro.
Auf Platz zwei im Ranking der teuersten Landkreise liegt Miesbach (Bayern) mit durchschnittlich 6.756 Euro pro Quadratmeter. Auch die bayerischen Landkreise Starnberg und München haben die 6.000-Euro-Marke durchbrochen. Mittlerweile findet sich fast das gesamte Umland der bayerischen Landeshauptstadt in den deutschen Top Ten.
Die teuersten Landkreise Deutschlands
Quadratmeterpreise 2020 in den Top 10 der deutschen Landkreise
(inflationsbereinigter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr):
- Nordfriesland, Schleswig-Holstein: 6.796 Euro (4,8 Prozent)
- Miesbach, Bayern: 6.756 Euro (9,8 Prozent)
- Starnberg, Bayern: 6.642 Euro (8,7 Prozent)
- München (Landkreis), Bayern: 6.584 Euro (8,4 Prozent)
- Dachau, Bayern: 5.803 Euro (9,1 Prozent)
- Fürstenfeldbruck, Bayern: 5.595 Euro (4,8 Prozent)
- Ebersberg, Bayern: 5.410 Euro (4,5 Prozent)
- Garmisch-Partenkirchen, Bayern: 5.260 Euro (15,3 Prozent)
- Freising, Bayern: 5.174 Euro (4,0 Prozent)
- Bad Tölz-Wolfratshausen, Bayern: 5.037 Euro (15,3 Prozent)
Wohnungen im Bestand in Euro; Quellen: Value AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI
Vergleichsweise eher hochpreisige Regionen finden sich neben den Küstenregionen auch in den Speckgürteln der anderen Metropolen, etwa im Berliner Umland. In allen acht an die Hauptstadt angrenzenden Landkreisen stiegen die Kaufpreise zweistellig, am stärksten im Landkreis Potsdam-Mittelmark mit einem Plus von rund 25 Prozent. Im Landkreis Oberhavel waren es knapp 23 Prozent. Die Preisspanne reicht von 3.327 Euro in Potsdam-Mittelmark bis 2.347 Euro in Märkisch-Oderland. In Potsdam sind es 4.085 Euro pro Quadratmeter.
Große Preisunterschiede im Städte-Vergleich
Die hohen Preise in den Metropolen sorgen aber auch dafür, dass Städte abseits der Top 7 in den Fokus rücken. Insgesamt zeigen sich im deutschlandweiten Städte-Vergleich große Preisunterschiede: So ist München beispielsweise acht Mal so teuer wie Dessau in Sachsen-Anhalt, die mit 1.046 Euro pro Quadratmeter günstigste kreisfreie Stadt in der Bundesrepublik. Zu den teuersten zehn Städten gehören die Top 7 mit Ausnahme von Köln sowie Freiburg im Breisgau, Rosenheim, Regensburg und Heidelberg – alle mit Quadratmeterpreisen jenseits der 4.000-Euro-Marke. Rosenheim ist mit weniger als 100.000 Einwohnern die einzige sogenannte Mittelstadt unter den Top Ten.
Generell haben in allen Großstädten ab 100.000 Einwohnern Wohnimmobilien an Wert gewonnen, die durchschnittliche Preissteigerung lag bei rund neun Prozent. Am stärksten stiegen die Preise in Mönchengladbach, Kaiserslautern und Halle (Saale). Das Plus lag im Vergleich zum Vorjahr jeweils bei mehr als 19 Prozent. Fast ebenso starke Wertzuwächse zeigen sich in Herne. In Bremerhaven und Krefeld liegt das Preisplus bei jeweils knapp 17 Prozent, zeigt die Postbank-Auswertung.
Begehrte Großstädte ab 100.000 Einwohnern
Quadratmeterpreise 2020 in den Großstädten ab 100.000 Einwohnern mit dem prozentual stärksten Preisanstieg
(inflationsbereinigter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr):
- Mönchengladbach, Nordrhein-Westfalen: 1.874 Euro (19,8 Prozent)
- Kaiserslautern, Rheinland-Pfalz: 2.083 Euro (19,6 Prozent)
- Halle (Saale), Sachsen-Anhalt: 2.167 Euro (19,2 Prozent
- Herne, Nordrhein-Westfalen: 1.621 Euro (18,7 Prozent)
- Bremerhaven, Bremen: 1.441 Euro (16,5 Prozent)
- Krefeld, Nordrhein-Westfalen: 2.009 Euro (16,5 Prozent)
- Leverkusen, Nordrhein-Westfalen: 2.645 Euro (15,6 Prozent)
- Dortmund, Nordrhein-Westfalen: 2.105 Euro (15,5 Prozent)
- Leipzig, Sachsen: 2.714 Euro (15,4 Prozent)
- Duisburg, Nordrhein-Westfalen: 1.587 Euro (15,2 Prozent)
Wohnungen im Bestand in Euro; Quellen: Value AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI


