Die Kaufpreise am deutschen Immobilienmarkt ziehen wieder deutlich an. Das geht aus dem aktuellen Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) hervor. Die Analyse beruht auf Transaktionsdaten, also tatsächlich gezahlten Kaufpreisen. Insgesamt sind die Immobilienpreise demnach für die Bereiche Wohnen und Gewerbe im Vergleich zum dritten Quartal 2024 um 3,6 Prozent gestiegen.

Die Preise für Wohnimmobilien haben im Jahresvergleich sogar um 3,8 Prozent zugelegt, gegenüber dem Vorquartal liegt das Plus bei 0,8 Prozent. Einfamilienhäuser verteuerten sich auf Jahressicht um 2,3 Prozent, Eigentumswohnungen um 2,8 Prozent. Mit 5,2 Prozent kletterten die Preise für Mehrfamilienhäuser besonders stark – ein Indikator dafür, dass sich wieder mehr Investoren am Markt tummeln.

Ein Grund: Das knappe Angebot lässt die Mieten steigen. Im Jahresvergleich gibt der VDP ein Plus von 3,7 Prozent bei Neuvertragsmieten aus. Allerdings gingen die Renditen im selben Zeitraum, gemessen am VDP-Index für Liegenschaftszinsen, um 1,4 Prozent zurück.

München an der Spitze, Stuttgart hinkt hinterher

Besonders kräftig zogen – wenig überraschend – die Kaufpreise in den Metropolen an. Insgesamt sind die Preise im Jahresvergleich in den Top-7-Städten um 4,6 Prozent gestiegen. Bei den einzelnen Städten sind die Unterschiede gering – mit einer Ausnahme.

Den Spitzenplatz belegt München mit einem Jahresplus von 5,3 Prozent, gefolgt von Hamburg und Köln (jeweils 5,2 Prozent). In Düsseldorf liegt das Plus bei 5,1 Prozent, in Frankfurt am Main bei 4,9 Prozent, in Berlin bei 4,3 Prozent. Lediglich Stuttgart weicht mit 2,4 Prozent Preisanstieg deutlich ab. Eine Erklärung dafür liefert die Analyse nicht.

Das Plus bei den Neuvertragsmieten liegt in den Metropolen bei 3,8 Prozent. Das deute auf eine weitere Verschärfung des Wohnungsmangels in den urbanen Zentren hin, heißt es in der Analyse.

Kaufpreise und Mieten für Büros steigen

Auch Gewerbeimmobilien verteuerten sich im dritten Quartal. Auf Jahressicht lag das Plus bei 2,8 Prozent, im Vergleich zum Vorquartal bei 0,5 Prozent. Die Kaufpreise für Büros legten um 3 Prozent zu, bei Einzelhandelsimmobilien waren es 2,2 Prozent. Auch bei den Neuvertragsmieten gibt es Unterschiede: Im Jahresvergleich wurden Büros um 3,2 Prozent teurer vermietet, im Einzelhandel lag das Plus bei nur 1,9 Prozent. Die Renditen beider Segmente blieben jedoch weitgehend stabil, so die Analyse.

„Die Erholungsphase am Immobilienmarkt verfestigt sich weiter – getragen vor allem von der Entwicklung der Wohnimmobilienpreise“, sagt Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des VDP. 

Zahl der Verkäufe teils wieder auf Boom-Niveau 

Steigende Immobilienpreise meldete jüngst auch das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel). Das Institut gibt regelmäßig den ebenfalls auf Verkaufspreisen beruhenden Immobilienpreisindex Greix heraus, der Daten für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen umfasst.

Den Immobilienmarktexperten zufolge ist analog zu den Preissteigerungen die Zahl der Verkäufe deutlich gestiegen und habe teilweise bereits über dem Niveau der Boom-Jahre gelegen. Sollten sich die aktuellen Preissteigerungen bei Eigentumswohnung (+1,2 Prozent zum Vorquartal) fortsetzen, könnten die Kaufpreise bereits Ende 2027 ein neues Allzeithoch erreichen, so die Forscher des IfW Kiel.