Immobilienstandort Brüssel: Pommes, Politik und Potenziale

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Bereits im 17. Jahrhundert begannen die Belgier, Kartoffelspalten zu frittieren. Vor 99 Jahren schenkten sie der Welt eine weitere Gaumenfreude: Jean Neuhaus erfand ein Verfahren zum Befüllen von Schokolade. Bis heute ist Belgien das Mekka der Pralinenliebhaber, und belgische Pommes sind legendär. Viel jünger ist Belgiens Status als politisches Zentrum. Brüssel ist die inoffi- zielle Hauptstadt der EU. Sie ist unter anderem Standort des europäischen Parlaments, des Ministerrats der EU und der Europäischen Kommission. Allein diese unterhält mit ihren insgesamt 38.000 Mitarbeitern mehr als 70 Standorte in Brüssel. Hinzu kommt eine Vielzahl an Organisationen und Institutionen, die die Nähe der EU-Organe suchen, und schließlich sitzt in Brüssel die belgische Regierung. Die Stellung als Politik-Hochburg beeinflusst auch den Brüsseler Immobilienmarkt. „Der hohe Anteil an Mietern aus Regierung sowie regierungsnahen Kreisen macht den Markt weitgehend konjunkturunabhängig. Die EU mietet ihre Flächen unabhängig davon, wie es der Wirtschaft geht“, so Marc Drießen, Vorstand bei Hesse Newman Capital. Diese Sonderstellung lässt den Markt wenig schwanken. Insgesamt bietet Brüssel rund 13 Millionen Quadratmeter Bürofl äche. Damit ist die Stadt der siebtgrößte Bürostandort in Europa. Gefragt sind vor allem Flächen im Central Business District, zu dem auch das Quartier Leopold gehört. Dieser Stadtteil, der teuerste Brüssels, wird allgemein Europäisches Viertel genannt, denn hier hat sich die EU niedergelassen. Die Neubautätigkeiten sind in Brüssel stark zurückgegangen, und so kommt auch in naher Zukunft nicht viel Fläche auf den Markt, die bisher noch keinen Mieter hat. Die Immobilienberatung Savills rechnet ab 2013 mit einem Mangel an Top-Büroflächen und steigenden Mieten. Auch der Investmentmarkt zieht seit Anfang 2010 an. Im ersten Quartal 2011 wechselten Brüsseler Büroimmobilien im Wert von 250 Millionen Euro den Besitzer – ein sattes Plus gegenüber dem Vorquartal von 250 Prozent. Während 2007 noch Gelder aus vielen Ländern nach Brüssel strömten, geht jetzt der Großteil der Immobilien an Belgier. 2010 lag der Anteil der deutschen Investitionen laut Savills bei knapp 13 Prozent. Auch Emissionshäuser haben gekauft, die Auswahl an für Fonds geeigneten Gebäuden ist aber stark begrenzt. Hesse Newman Capital konnte ein Objekt im Quartier Leopold erwerben, Mieter ist die EU  „Es gibt eine große Nachfrage nach Top-Immobilien in guter Lage mit langfristigem Mietvertrag. Wer eine solche Immobilie besitzt, will sie nicht verkaufen“, weiß Drießen. Die Ankaufsrendite ist in Brüssel stark abhängig von der Mietdauer. Die Spanne geht weit auseinander: Für  Standardmietverträge mit Kündigungsmöglichkeiten nach drei, sechs oder neun Jahren weist JLL Renditen von knapp über 6 Prozent aus. Für längerfristige Verträge vor allem mit der Regierung oder der EU liegen die Renditen bei 5 Prozent. „Wir haben für 6,1 Prozent einkaufen können“, berichtet Drießen. „Unsere Anleger können also mit soliden Auszahlungen rechnen – zumal die Mieteinkünfte in Belgien steuerfrei zu vereinnahmen sind.“ Und nach zehn Jahren Haltedauer ist auch der Verkaufserlös steuerfrei. Mehr Infos zum Fonds hier.
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