Immobilienstudie: Investoren wollen grünere Gesamtportfolios

Es wird grüner bei Immobilieninvestments. Laut einer repräsentativen Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment unter 172 Immobilieninvestoren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien stellt nur noch jeder Dritte (29 Prozent) ein einzelnes Green-Building-Produkt in das Zentrum seiner Nachhaltigkeitsstrategie.

Stattdessen gehen Investoren das Thema Nachhaltigkeit umfassender an: 31 Prozent arbeiten an einer Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesamtportfolio. Aus diesem Grund bewerten mittlerweile 34 Prozent aller Investoren Gebäudekennzahlen für Endenergieverbrauch, Lebenszykluskosten oder Abfallaufkommen im Gesamtportfolio. Vor sechs Monaten waren es nur 25 Prozent.

„Nachhaltigkeit wird auch in der Immobilienbranche zunehmend ganzheitlich gesehen“, fasst Reinhard Kutscher, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Union Investment Real Estate, die Entwicklung zusammen.

Fast zwei Drittel der befragten Immobilieninvestoren (62 Prozent) sehen in der nachhaltigen Instandsetzung ihrer Gebäude den Hauptansatzpunkt für eine ökologische Verbesserung ihres Immobilienportfolios. Für 39 Prozent der Befragten spielt die Auswahl der richtigen Dienstleister eine wichtige Rolle und 35 Prozent versuchen, durch nachhaltigen Mieterausbau umweltfreundlicher zu werden.

Zwei Drittel der Investoren gehen davon aus, dass das Mieterverhalten maßgeblich für die Umweltbilanz ist, vor allem Briten (77 Prozent) und Franzosen (72 Prozent). In Deutschland ist davon aber nur jeder zweite Investor (52 Prozent) überzeugt.

Als großes Problem bewerten Immobilieninvestoren die mangelnde Vergleichbarkeit und Beurteilung „grüner“ Portfolios. Deshalb fordern zwei Drittel (62 Prozent) ein Benchmarking, um Transparenz zu schaffen. Im Umkehrschluss meint nur jeder fünfte Investor, dass eindeutige und ausreichende Bewertungskriterien für nachhaltige Gebäude vorliegen.

Jeder dritte Immobilieninvestor (36 Prozent) leistet immerhin seinen Teil zur Transparenz, indem er Nachhaltigkeitsberichte veröffentlicht. In Großbritannien sind es sogar fast die Hälfte aller Immobilieninvestoren (49 Prozent).

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