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Offener Brief
Beirat der Bundesregierrung fordert global einheitliche ESG-Berichte
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Offener Brief Beirat der Bundesregierrung fordert global einheitliche ESG-Berichte

Silke Stremlau, Vorsitzende des Sustainable Finance-Beirates
Silke Stremlau, Vorsitzende des Sustainable Finance-Beirates: „Jurisdiktionen wie die EU sind aufgerufen, aufbauend auf der Global Baseline weitere Transparenzanforderungen zu stellen.“ | Foto: Umwelt Bank

Der deutsche Sustainable Finance-Beirat der Bundesreigierung unterstreicht in einem offenen Brief die Bedeutung einer zielführenden und einheitlichen europäischen und internationalen Nachhaltigkeitsberichterstattung und spricht Empfehlungen für Standardsetzer aus. Robuste, prüfbare und vergleichbare Nachhaltigkeitsinformationen bilden demnach die Basis für einen aktiven und effektiven Umgang des Finanzsektors mit Themen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und sozialen Herausforderungen.

Relevante Nachhaltigkeitsberichterstattung muss dabei dem Prinzip der doppelten Wesentlichkeit entsprechen, damit die Auswirkungen unternehmerischer Tätigkeiten für alle Betrofennen erfasst und kommuniziert werden. Der Beirat unterstützt deshalb die aktuelle Standardentwicklung auf europäischer (EFRAG) und globaler Ebene (ISSB und GRI) und wirbt im Sinne einer effektiven und nachhaltigen Wirkung für deren enge Abstimmung und Harmonisierung.

Im Brief heißt es dazu: Regulatorische Rahmenbedingungen und Berichterstattungsstandards müssen in Einklang gebracht werden, um bei Erstellern von Nachhaltigkeitsinformationen, dem Finanzmarkt und anderen Stakeholdern Glaubwürdigkeit und Akzeptanz zu erzeugen und Rechenschaftspflichten zu stärken. Grundlage hierfür ist eine ambitionierte und ehrgeizige gemeinsame globale Basis. Darauf aufbauend können dann einzelne Jurisdiktionen ihre individuellen Besonderheiten berücksichtigen. Klare und eindeutige Standards sind die Voraussetzung für eine wirksame externe Prüfung von Nachhaltigkeitsinformationen.

„Die doppelte Materialität, wie von der EU eingeführt, ist Voraussetzung für eine umfassende Perspektive auf unternehmerisches Handeln. Sie ist auch auf internationaler Ebene abzubilden – idealerweise in einem einheitlichen Set von Standards aus der Hand von ISSB und GRI. Hierfür sollten beide perspektivisch auch eine organisatorische Konsolidierung in Betracht zu ziehen“, sagt Christian Heller, Co-Vorsitzender des Sustainable Finance-Beirats.

 

 

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Ohne eine vollständige Widerspruchsfreiheit zwischen internationalen und EU-Standards ist ein Erreichen der Klimaziele schwer erreichbar. Verschiedene Standardsetzer werden deshalb dazu aufgefordert, ihre Standards gegenseitig anzuerkennen und in Einklang zu bringen, um möglichst einheitliche, ambitionierte und qualitativ hochwertige Berichterstattungsstandards zu erschaffen.

Auch die Bundesregierung wird dazu aufgerufen, sich für eine Harmonisierung und Angleichung von Nachhaltigkeitsstandards einzusetzen, damit international alle Marktteilnehmer auf die selbe Linie – im Brief „Global Baseline“ genannt – gebracht werden können. „Die Global Baseline muss wissenschaftlich fundiert und ambitioniert sein. Sie stellt das international erreichbare Minimum dar - Jurisdiktionen wie die EU sind aufgerufen, aufbauend auf der Global Baseline weitere Transparenzanforderungen zu stellen. Dies geschieht bei EFRAG, was der Beirat eindeutig unterstützt“, betont Silke Stremlau, Vorsitzende des Sustainable Finance-Beirates.

Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) ein im Jahr 2001 gegründeter, nicht-gewinnorientierter Verein belgischen Rechts mit Sitz in Brüssel. Ziel des Vereins ist es, die EU-Kommission bei dem Prozess der Übernahme der International Financial Reporting Standards (IFRS), englisch: Endorsement Process, zu unterstützen.

Der Beirat fordert außerdem im Sinne der Verhältnismäßigkeit, dass die Realitäten von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie von Start-ups in der Standardsetzung berücksichtigt werden, da sie als Teil globaler Wertschöpfungsketten auch indirekt von Regulierungen und Berichterstattung betroffen sind.

Den vollständigen Brief können Sie hier lesen.

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