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Themen-Experte
Verantwortung für die Zukunft

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Photovoltaik-Anlagenpark im südöstlichen Frankreich: Impact Investing und ESG-Anlagen verfolgen das Ziel, finanzielle Erträge und ökosoziale Ergebnisse zu realisieren. | © Getty Images Foto: Getty Images

Impact Investing

Nachhaltigkeitsziele sind ohne Kennzahlen nicht erreichbar

Wer zwischen 18 und 35 Jahre alt ist und damit zu den sogenannten Millennials gehört, dürfte bei seinen Investments besonderen Wert auf eine ökosoziale Wirkung legen – im Branchen-Jargon Impact Investing genannt. Nicht-Millennials sollten diesen Hang zur Nachhaltigkeit jedoch keineswegs belächeln: Die Alterskohorte der Bis-35-Jährigen wird von ihren Eltern in den nächsten fünf Jahren ein Vermögen von 30 Billionen US-Dollar erben. Zudem werden Millennials in zehn Jahren den größten Teil der Fach- und Führungskräfte stellen.

GIIN-Kriterien sind ein guter Anfang

Doch wie genau funktioniert Impact Investing? Nicht immer lässt es sich scharf von nachhaltig ausgerichteten Anlagestrategien abgrenzen. Eine Positionsbestimmung ermöglicht indes die Definition des GIIN (Global Impact Investing Network): Impact Investments sollen demnach neben einer finanziellen Rendite auch eine positive, messbare gesellschaftliche und ökologische Wirkung erzielen.

Für sinnstiftende Investitionen sind diese GIIN-Kriterien ein guter Anfang, doch mehr auch nicht. Traditionelle Investoren fordern bei nachhaltigen Finanzprodukten Standardisierung und Vergleichbarkeit von Anlageergebnissen ein – für die Messung und den Vergleich wie sich ESG-Investitionen tatsächlich auswirken. Daher nutzen Anleger zunehmend die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (UN Sustainable Development Goals, SDGs). Diese Ziele dienen der berichtspflichtigen Wirkungsmessung. Und sie helfen ein Wirkungsprojekt mit einem oder mehreren Wirkungszielen zu konzipieren: Projekte sollen bei zwei oder drei der insgesamt 17 SDGs ein entsprechendes Ergebnis erzielen.

Wie sich Impact Investing von ESG-Anlagen unterscheidet

Sowohl Impact Investing als auch ESG-Anlagen verfolgen das (doppelte) Ziel, finanzielle Erträge und gesellschaftlich-ökologische Ergebnisse zu realisieren. Unternehmen, die sich im Einklang mit ihren finanziellen Möglichkeiten und Nachhaltigkeits-Chancen sowie -Herausforderungen befinden, können mit Impact-Investitionen Shareholder Value erzielen. Häufig sind hier Private-Equity- oder Private-Debt-Investitionen gefragt. Im Fokus stehen Skaleneffekte, mit denen es gelingt gleichzeitig ökosoziale Auswirkungen und Gewinne zu steigern.

UN-Nachhaltigkeitsziele sind chancenreich für Unternehmen

Über den Erfolg einer Impact-Investment-Strategie entscheidet die Messung sozialer und/oder ökologischer Auswirkungen. Daneben können auch Wirkungsindikatoren einer Impact-Investing-Strategie für Vertrauen bei Investoren sorgen.

Am Beispiel eines innerstädtischen Logistikunternehmens der „Letzten Meile“ drücken sich die UN-Nachhaltigkeitsziele im SDG 13 (Klimaschutz) aus – mit der Absicht den C02-Ausstoß pro Kilogramm und gefahrenem Kilometer gegenüber einem vorgegebenen Richtwert zu reduzieren. Zum anderen können sich Logistikfirmen am SDG 8 orientieren (menschenwürdige Arbeit), etwa indem sie Lkw-Fahrer ohne Ausbildung einstellen oder sogar ausbilden.

Das soll sich aber auch finanziell lohnen. Eine GIIN-Umfrage aus dem Jahr 2019 hat ergeben, dass zwei Drittel der befragten Impact-Investoren risikobereinigte Renditen zu Marktzinsen – oder darüber hinaus – anstreben. Und nicht nur das: Fast 90 Prozent der Befragten sehen ihre finanziellen Erwartungen bisher erfüllt oder sogar übertroffen.

Praktische Erwägungen bei Impact Investments

Da bestimmte Unternehmensarten bei den größeren Finanzkanälen außen vor bleiben, will Impact Investing dort Kapital anlegen, wo sich der Markt nicht automatisch engagieren würde. Firmen, die sich nicht auf dem Radar traditioneller Investoren befinden, können so vorausschauenden Anlegern neue Chancen eröffnen. Entscheidend hierbei ist jedoch, dass sich der Erfolg wiederholen lässt – nicht zuletzt durch skalierbare Investitionen.

Die Investmentbranche verfügt bereits über die notwendigen Bausteine dafür: Ausrichtung, Rechenschaftspflicht und Investitionsinstrumente. Damit lassen sich sowohl die Wirkungsleistung als auch die finanzielle Performance von Impact-Investitionen steuern und messen.

Doch wie steht es um die Erfolgsvergütung im Impact Investing? Traditionelle Investmentmanager können von Anlegern Incentive-Gebühren erhalten, sobald sie die Renditeziele erreichen. Übertragen auf Impact Investments könnten Anreizgebühren zur Ausschüttung kommen, sobald Impact-Performance- und finanzielle Leistungsziele erreicht werden.

Rechenschaftspflicht verbessert die Transparenz

Investmentmanager sollten häufig und detailtreu über Ziele, Performance-Ergebnisse und Wirkungskennzahlen berichten – und wo die Investmentleistung gerade steht. Damit lässt sich die Transparenz zwischen Anlegern, Portfoliounternehmen und Private-Equity-Managern maßgeblich erhöhen.

Um Portfolios im Impact-Bereich ausreichend zu diversifizieren, kann das Fondsmanagement verschiedene Investitionsvehikel anwenden: Ein Dachfonds lässt sich beispielsweise so konzipieren, dass er die Diversifizierung verbessert. Damit wird Impact Investing zur aussichtsreichen und etablierten Anlageklasse. Und Impact-Anleger engagieren sich automatisch für eine bessere Zukunft.

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