Impact-Investing Was Anleihen multilateraler Entwicklungsbanken so spannend macht

Nahmen an der Konferenz von Bretton Woods am 1. Juli 1944 teil, in der auch die Weltbank geplant wurde (von links): der russische Delegierte M. S. Stepanov, der englische Volkswirt John Maynard Keynes und der jugoslawische Delegierte Vladimir Rybar | © Getty Images

Nahmen an der Konferenz von Bretton Woods am 1. Juli 1944 teil, in der auch die Weltbank geplant wurde (von links): der russische Delegierte M. S. Stepanov, der englische Volkswirt John Maynard Keynes und der jugoslawische Delegierte Vladimir Rybar Foto: Getty Images

Wie sähe Europa heute wohl aus, wäre 1944 im Ort Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire nicht der Entschluss gefallen, die Weltbank zu gründen? Denn damit legten vor 75 Jahren die Notenbankchefs und Finanzminister von 44 Staaten den Grundstein für den Wiederaufbau Europas.

Die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) – kurz: die Weltbank – gilt als älteste multilaterale Entwicklungsbank der Welt. Ursprünglich auf Europa fokussiert, umfasst ihr Mandat längst auch die weltweite Entwicklungsförderung im Kampf gegen Armut. Multilaterale Entwicklungsbanken (Multilateral Development Banks, MDBs) sind supranationale Finanzinstitute, die finanzielle Unterstützung und Know-how für Entwicklungsprojekte bereitstellen. Sie werden von souveränen Staaten gegründet und mit Garantien sowie Kapital ausgestattet. Das ermöglicht ihnen die günstige Mittelaufnahme an den internationalen Kapitalmärkten. Da MDBs nicht gewinnorientiert arbeiten, können sie weniger entwickelten Ländern günstige Kredite zur Verfügung stellen.

Hauptbegünstigte der IBRD-Projekte sind die Karibik, Lateinamerika, Europa und Zentralasien mit einem Kredit- und Zusagenvolumen von 187,1 Milliarden US-Dollar. Unterstützt wird dabei vieles: von Straßen-, Bahnstrecken- und Brückenbau, über Telekommunikationsnetze und Einrichtungen zur Wasserbewirtschaftung, bis hin zu Schulen und Krankenhäusern. Und genauso wie die Weltbank, arbeiten viele weitere Entwicklungsbanken – beispielsweise die Interamerikanische Entwicklungsbank, die Asiatische Entwicklungsbank, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung oder die Afrikanische Entwicklungsbank.

MDB-Bonds vereinen ökonomische und soziale Ziele

Die Anleihen der multilateralen Entwicklungsbanken sind dabei für Anleger sehr interessant und bieten attraktive Investmentchancen. Zum einen haben sie eine außerordentlich gute Bonität – zumeist werden sie von den drei großen Ratingagenturen, S&P, Moody´s und Fitch, mit AAA bewertet. Gegründet von souveränen Staaten, verfügen sie über eine sehr hohe Kapitalunterlegung. Zum anderen genießen sie als bevorrechtigte Gläubiger Vorrang vor anderen Gläubigern, was dazu führt, dass der Anteil notleidender Kredite bei Entwicklungsbanken sehr gering ist. Bei der IBRD lag er 2017 beispielsweise bei lediglich 0,3 Prozent. All diese Faktoren sorgen dafür, dass es in der Vergangenheit noch bei keiner der großen MDBs zu Zahlungsausfällen kam. Hinzu kommt eine umfassende globale Diversifikation.