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ETF und Indexanlagen In diesen Schwellenländern erkennen iShares-Experten die besten Chancen

Mitarbeiterin in einem Forschungslabor in Bangalore
Mitarbeiterin in einem Forschungslabor in Bangalore: Indische Aktien waren 2021 bei Anlegern sehr beliebt. | Foto: Imago Images / photothek

Die Pandemie hat sich in den Schwellenländern unterschiedlich ausgewirkt: Einige sind besser damit fertiggeworden als andere. Auch der Neustart nach Ende der Lockdowns ist uneinheitlich verlaufen. Vor diesem Hintergrund plädieren wir für Selektivität bei Schwellenländeraktien und für Anlagen in bestimmte Regionen und Länder. Die globalen Zuflüsse in Schwellenländeraktien-ETPs in den vergangenen Monaten deuten ebenfalls auf einen selektiveren Ansatz vieler Anleger hin, denn regionale und Länder-ETPs haben mehr Kapital angezogen als breite Schwellenländerinvestments.

Asiatische Schwellenländer

Nach wie vor bieten asiatische Schwellenländer gute Chancen. Sie haben bei der Bekämpfung der Pandemie verglichen mit anderen Schwellenländern die Nase vorn und sind viel besser aufgestellt, um 2022 Wachstum zu erzielen. Allerdings gibt es innerhalb der Region erhebliche Unterschiede: Während die Bewertungen in China relativ attraktiv erscheinen, nachdem der Markt in diesem Jahr unter Druck geraten ist – hier befürworten wir eine eigenständige Allokation im Portfolio –, befinden sich indische Aktien aktuell am anderen Ende des Spektrums, da sie 2021 sehr beliebt waren.

Im Gegensatz zu den großen Schwellenländern und den Industrieländern konnten kleinere Volkswirtschaften wie Indonesien und die Philippinen keine groß angelegten Konjunkturpakete schnüren, um den Schock der Pandemie abzufedern. Dies dürfte ihnen jedoch für das Jahr 2022 einen Vorteil gegenüber anderen Schwellenländern verschaffen, denn sie haben noch Spielraum, insbesondere in der Haushaltspolitik. Bei den Impfkampagnen und dem Tempo der wirtschaftlichen Erholung hinken diese Länder bislang zwar hinterher, aber die Programme nehmen aktuell Fahrt auf. Dies könnte für Rückenwind sorgen in einer Phase, in der sich auch die Binnennachfrage wieder erholt.

Indien-Aktien mit weiterem Aufwärtspotenzial

Der Appetit internationaler Anleger auf indische Aktien war besonders groß: 92 Prozent der 800 Millionen US-Dollar, die in diesem Jahr in indische Aktien-ETPs flossen, kamen ETPs zugute, die in den USA und der EMEA-Region notiert sind – für letztere Region geradezu rekordverdächtige Zuflüsse, wie unsere Analysen zeigen. Gemäß Schätzungen von der Verkaufsseite ist der Anteil ausländischen Aktienbesitzes im Vergleich zu früheren Jahren niedrig – es könnte, wie wir meinen, also noch Spielraum für internationale Käufe geben. Nachdem 2020 für den indischen Aktienmarkt herausfordernd verlief, hat er sich in diesem Jahr deutlich erholt. Darum haben wir unsere Vorliebe für indische Aktien zum Jahresbeginn leicht zurückgenommen. In unserem Rotationsmodell der Schwellenländer haben wir Indien unter- und China übergewichtet, denn die Bewertungen indischer Aktien scheinen inzwischen weniger attraktiv: Das zukunftsgerichtete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt über dem breiter aufgestellten MSCI EM Index, und die Bewertungsdifferenz zu chinesischen Aktien ist nahe an historischen Höchstständen – obwohl die Unternehmensgewinne in Indien auf lange Sicht relativ niedrig waren.

Dennoch bieten indische Aktien unserer Ansicht nach Chancen. Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene sehen wir Potenzial für eine solide Wachstumserholung: Der Konsum, der 2021 zurückfiel, hat einiges aufzuholen, und der haushalts- und geldpolitische Rahmen, darunter auch niedrige Zinssätze, sorgt für entsprechende Unterstützung. Unserer Meinung nach könnten die Gewinne steigen und die Fundamentaldaten 2022 eine größere Rolle spielen.

Die strukturellen Argumente für Indien bleiben überzeugend. Dabei dürften sich wichtige Trends wie die Digitalisierung, die Energiewende und der Ausbau der Infrastruktur auf lange Sicht als günstig erweisen. Im Rahmen von Schwellenländeranlagen könnten indische Aktien durch ihre Diversifizierungsvorteile überzeugen: Sie weisen eine geringere Korrelation zu den globalen Aktienrenditen auf als breitere Schwellenländer-Indizes (die Korrelation zwischen MSCI India und MSCI World beträgt laut Bloomberg 0,65, die zwischen MSCI EM und MSCI World 0,78).

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