Krypto-Pleiten, Betrug, Geldwäsche: Seit der Einführung der ersten Kryptowährung im Jahr 2009 hat das Thema Bitcoin & Co. für viele Menschen einen ramponierten Ruf. Im Frühjahr 2024 gipfelten die schlechten Nachrichten in der Verurteilung von Sam Bankman-Fried. Der Gründer der Krypto-Plattform FTX wurde von einem Gericht in New York zu 25 Jahren Haft verurteilt, weil er Kundengelder in Milliardenhöhe veruntreute. In der sechsten Folge von „Expedition Investment" geht es daher auch um die Frage: Haben Kryptowährungen ein Image-Problem?
Die Experten sehen das anders: Die Investition in Kryptowährungen bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, die sich je nach Risikobereitschaft, Anlagehorizont und technischen Fähigkeiten unterscheiden. Eine der direktesten Methoden ist etwa der Kauf von Kryptowährungen über Online-Börsen wie Binance, Coinbase oder Kraken. Nach dem Erwerb sollten die digitalen Vermögenswerte in sicheren Wallets, wie etwa Hardware-Wallets von Ledger oder Trezor, aufbewahrt werden, um das Risiko von Hacks zu minimieren. Mirco Recksiek, Gründer der Plattform Bitcoin2Go: „In Wahrheit hat sich der Ruf längst verbessert und Kryptowährungen sind zu einer neuen und ernsthaften Assetklasse geworden."
Wie erkennt man seriöse Kryptowährungen?
Für diejenigen, die lieber auf den zukünftigen Preis von Kryptowährungen spekulieren möchten, ohne die zugrunde liegenden Vermögenswerte zu besitzen, bieten sich Krypto-Derivate wie Futures, Optionen oder CFDs an. Hier besteht die Möglichkeit, sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse zu setzen. Eine weitere Möglichkeit, indirekt in Kryptowährungen zu investieren, sind börsengehandelte Produkte wie ETFs oder ETPs. Diese bilden den Kurs von Kryptowährungen oder einem Korb von Kryptowährungen ab und sind an regulierten Börsen handelbar, wie etwa der „Purpose Bitcoin ETF“ oder der „CoinShares Physical Bitcoin“.
Für technisch versierte Anleger könnte das Mining von Kryptowährungen attraktiv sein. Dabei werden neue Coins durch das Lösen komplexer mathematischer Probleme generiert und dem Netzwerk hinzugefügt. Das Mining von Bitcoin oder Ethereum erfordert jedoch eine erhebliche Investition in Hardware und Strom.
Blockchain als technische Grundlage für Kryptowährungen
Eine indirekte Investitionsmöglichkeit besteht in Aktien von Unternehmen, die im Krypto-Bereich tätig sind, wie etwa Coinbase oder Nvidia. Darüber hinaus können Investoren auch an Initial Coin Offerings (ICOs) teilnehmen, bei denen neue Projekte in der Kryptowährungswelt durch den Verkauf von Tokens finanziert werden. Diese Form der Investition ist jedoch äußerst spekulativ und birgt hohe Risiken. Für Anleger, die ihr Risiko streuen möchten, bieten sich Krypto-Indexfonds an, die in eine breite Palette von Kryptowährungen investieren. Beispiele hierfür sind der Bitwise 10 Crypto Index Fund oder der Grayscale Digital Large Cap Fund.
Wer weniger Volatilität sucht, könnte in Stablecoins investieren, die an den Wert traditioneller Währungen gekoppelt sind. Plattformen bieten oft Zinsen auf Einlagen in Stablecoins wie USDT, USDC oder DAI an, was eine stabile Rendite ermöglicht.
Schließlich gibt es auch die Möglichkeit, in Non-Fungible Tokens (NFTs) zu investieren. Diese einzigartigen digitalen Vermögenswerte, die oft Kunstwerke oder Sammlerstücke darstellen, sind durch Blockchain-Technologie verifiziert und haben in den letzten Jahren erheblich an Popularität gewonnen. „Jede dieser Investitionsmethoden bietet ihre eigenen Vor- und Nachteile, und es ist wichtig, sich gründlich zu informieren und gegebenenfalls professionelle Beratung einzuholen, bevor man in den Kryptomarkt einsteigt", sagt Expertin Barbara Schlyter (Xtrackers).
Weitere Fragen, die in der sechsten Folge von „Expedition Investment" diskutiert werden:
1. Kryptowährungen sind eher berüchtigt als berühmt. Zu Recht?
2. Wo und wie kann ich in Kryptos sicher investieren?
3. Was sind Vor- und Nachteile von Krypton?
4. Was hat die Blockchain-Technologie damit zu tun?
5. Woran erkenne ich einen seriösen Kryptowert?
Auf der Sucher nach Antworten, bekommen Birte und Martin in dieser Folge wieder kompetente Unterstützung von:
Dr. Stephanie Morgenroth: Im Jahr 2021 gründete sie den YouTube-Kanal „MissCrypto“, um möglichst vielen Menschen den Zugang zu Kryptowährungen zu erleichtern. Sie ist Expertin für Blockchain-Technologie und verschiedene Währungen wie Bitcoin, Altcoin oder Memecoin.
Mirco Recksiek: Er gehört seit einigen Jahren zu Deutschlands größten Influencern zum Thema Kryptowährungen. Mit CryptoMonday und Bitcoin2Go hat er zwei der bekanntesten Krypto-Plattformen im deutschprachigen Raum ins Leben gerufen.
Barbara Schlyter: … ist Head of Xtrackers Digital Products and Partnerships bei der DWS Group und Expertin für Kryptowährungen.
Hier geht es zur fünften Folge von „Expedition Investment – Staffel 2":
Die zweite Staffel von „Expedition Investment" wird gesponsert von Xtrackers by DWS und MorgenFund.