Sorgte mit seiner Zinswende für einen enormen Ansturm auf US-Staatsanleihen: US-Notenbankchef Jerome Powell | © Getty Images

Indexfonds mit Zinsen

In welche Anleihen ETF-Investoren das meiste Geld stecken

Das Wort „brummen“ beschreibt ganz gut, wie das Geschäft mit Anleihe-Indexfonds (Anleihe-ETFs) derzeit läuft. 56,3 Milliarden Euro steckten Anleger im vergangenen Jahr europaweit in jene Zins-ETFs, die nach der Fondsrichtlinie Ucits aufgelegt sind. In keinem einzigen Monat hatte die Branche Abflüsse zu verdauen (siehe Grafik). Zum Vergleich: In Aktien-ETFs flossen 45,2 Milliarden Euro. Das ermittelte der Münchener Datendienstleister Crossflow in einer Studie.

Aber welche Anleihe-ETFs standen denn in der Anlegergunst besonders weit oben? Es waren mitnichten die Euro-Staatsanleihen. Sie sammelten vergleichsweise bescheidene 1,2 Milliarden Euro ein. Sehr viel mehr ging dagegen in Euro-Unternehmensanleihen mit Investment-Qualität (Investment Grade), nämlich 13,8 Milliarden Euro.

Quelle: Crossflow

Den zweiten Rang belegten jene Staatsanleihen, die im vergangenen Jahr ebenfalls einer Zinswende unterlagen, die aus den USA. Dorthin flossen 12,6 Milliarden Euro.

Abflüsse verzeichneten auf Jahressicht lediglich zwei Kategorien: Geldmarkt-ETFs für die Eurozone (minus 226 Millionen Euro) und den US-Dollar-Raum (minus 88 Millionen Euro). Bei ersteren ist das nicht wirklich ein Wunder, die Geldmarktzinsen liegen inzwischen seit Jahren unter null.

Bei Aktien-ETFs ist hingegen nur eine einzige Bewegung wirklich bemerkenswert. Denn aus Eurozonen-Aktien zogen Anleger 10,3 Milliarden Euro ab. Stattdessen steckten sie 10,8 Milliarden Euro in Europa-ETFs. Das größte Stück vom Kuchen sicherten sich allerdings globale ETFs – sie sammelten 28,1 Milliarden Euro ein.

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