Indizes für die Sauberen

Mit den Dax-Global Sarasin Sustainable Indizes gibt es zwei neue Basiswerte für Zertifikate vom Schweizer Bankhaus Sarasin. DAS DERIVAT sprach darüber mit dem Leiter des Research-Teams, Eckhard Plinke

DAS DERIVAT: Im Oktober startete Ihr Haus zusammen mit der Deutschen Börse je einen Nachhaltigkeitsindex für Deutschland und die Schweiz. Warum braucht die Anlegerwelt diese Indizes?
Eckhard Plinke: Mit der Idee ist die Deutsche Börse an uns herangetreten. Sie wurde von institutionellen Anlegern auf Nachhaltigkeitsindizes für genau diese beiden Länder
angesprochen. Bei der Konstruktion wollte sie auf unsere Erfahrung in diesem Segment zurückgreifen.

DAS DERIVAT: Sarasin hat bislang nur aktiv gemanagte Investmentfonds im Angebot. Jetzt bringt Dresdner Kleinwort die ersten Zertifikate auf Ihre Indizes auf den Markt. Machen Sie sich damit nicht im eigenen Haus Konkurrenz?
Plinke: Wir sehen das als Ergänzung unserer Produktpalette und daher nicht als Konkurrenz. Unsere Investmentfonds sind mehr für Privatanleger, die Indizes dagegen eher für institutionelle Investoren.

DAS DERIVAT: Wie wählen Sie die Aktien für die Indizes aus?
Plinke: Wir gehen von der Liste der größten Titel in der jeweiligen Region aus, die wir anschließend nach ökologischen und sozialen Kriterien bewerten. Ergebnis ist jeweils ein Nachhaltigkeits-Rating. Titel, die ein ausreichendes Rating erhalten, kommen in den Index. Für Unternehmen aus generell kritischen Branchen legen wir bei der Bewertung die Messlatte deutlich höher. Deshalb schneiden Branchen wie Chemie und Autoproduktion schlechter ab als beispielsweise die Informationstechnologie. Als Grundlage für die Unternehmensbewertung nehmen wir Daten, die uns die  Unternehmen zur Verfügung stellen und checken diese mit externen Informationen gegen.

DAS DERIVAT: Was heißt das am Beispiel von Autoproduzenten?
Plinke: Dass wir uns beispielsweise besonders genau ansehen, wie viel Energie die Unternehmen verbrauchen, welche Umweltwerte die Modelle haben und wie sie mit Mitarbeitern und Lieferanten umgehen.

DAS DERIVAT: Und wer hat es in den Index geschafft?
Plinke: Im deutschen Index ist kein Autounternehmen. Überhaupt gibt es nur einen Autohersteller weltweit, der unseren Ansprüchen genügt, und das ist Toyota.


DAS DERIVAT: Und was für ein Auto fahren Sie?
Plinke: Ich gebe zu, dass es ein BMW ist. Aber um das zu relativieren, muss ich dazu sagen, dass ich immer mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre.

DAS DERIVAT: Dann lassen wir das mal gelten. Aber zurück zu den Indizes. Wie oft verändern Sie die Bestandteile?
Plinke: Wir überprüfen die Indexmitglieder einmal im Jahr. Derzeit besteht der  deutsche Index aus 34 Unternehmen, die wir aus den 100 größten deutschen  Unternehmen ausgewählt haben. Die Aktien werden immer quartalsweise wieder gleich gewichtet.