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Indonesiens Aktienmarkt: Top-Performer für Langfristanleger

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Indonesien verfügt über viele Ressourcen: Das mit 240 Millionen Einwohnern viertgrößte Land der Welt, von der Fläche her fünf Mal so groß wie Deutschland, ist reich an Bodenschätzen und Agrarrohstoffen und hat seit Jahren eine stabile Regierung. Selbst im Krisenjahr 2009 wuchs das Bruttosozialprodukt um 4,5 Prozent; Schätzungen für 2010 reichen bis zu acht Prozent. Das sind ideale Voraussetzungen für ein attraktives Wirtschaftswachstum und viel Börsenphantasie.

Doch während die größten Nationen Asiens, China und Indien, die Aufmerksamkeit auch deutscher Anleger bereits seit einigen Jahren auf sich ziehen, führt Indonesiens Aktienmarkt hierzulande weiter ein Schattendasein.

Zu dumm, denn indonesische Aktien sind nicht nur kurz-, sondern auch langfristig klar obenauf: Während der DAX auf Zehn-Jahres-Basis knapp im Minus notiert und europäische Aktien sogar einen Verlust von 40 Prozent verbuchen, legten indonesische Aktien (MSCI Indonesia) um sage und schreibe 470 Prozent zu – auf Euro-Basis wohlgemerkt.

Wo Chancen sind, gibt es auch Risiken

Die Zurückhaltung deutscher Anleger mag auch mit der asiatischen Finanzkrise der Jahre 1997/1998 zu tun haben. Damals stürzten heftige Währungsturbulenzen die indonesische Wirtschaft und mit ihr den Aktienmarkt in ein tiefes Loch. Das Land benötigte wie die gesamte Region Jahre, um sich davon zu erholen.

Doch Asien, darunter auch Indonesien, hat seine anstrengenden und teilweise schmerzhaften Hausaufgaben gemacht, tiefgreifende strukturelle Veränderungen ergriffen und etwa im Bankensektor gute und stabile Strukturen geschaffen. Von den Schuldenproblemen der jüngsten Finanzkrise blieb das Land daher nahezu komplett verschont.

Die Indonesische Rupiah hält sich seit zehn Jahren sehr stabil gegenüber dem Euro und konnte in den vergangenen zwei Jahren sogar einiges an Wert gewinnen.

Idealer Markt für langfristige Trendfolge

Die generellen Vorzeichen für den weiteren längerfristigen Börsenerfolg stehen also gut. Obwohl Indonesiens Aktienmarkt langfristig den Anleger immer belohnt hat, können die Rückschläge jedoch erheblich sein.
Schließlich fallen in den Emerging Markets Übertreibungen nach oben oder unten besonders ausgeprägt aus, wenn internationale Anleger in Scharen hineinströmen oder ihr Geld fluchtartig abziehen. So verloren indonesische Aktien in der Finanzkrise 2008/2009 im Durchschnitt etwa 70 Prozent, bevor sie seit ihrem Tief im November 2008 bis heute um über 300 Prozent anstiegen.

Während die einen starken Schwankungen fürchten, bieten sie Anlegern mit systematischem Vorgehen ein hervorragendes Chance-Risiko-Verhältnis. Wer nach der simplen 200-Tage-Methodik verfuhr – also beim Überschreiten der 200-Tagelinie kaufte, bei ihrem Unterschreiten verkaufte –, erzielte langfristig hohe Zuwächse und reduzierte die Rückschläge zugleich deutlich.

Noch erfolgreicher war eine weitere sehr einfache Systematik: Wer seine Ein- und Ausstiegszeitpunkte danach ausrichtete, ob ein Acht-Monats-Durchschnitt über- oder unterschritten wurde, blieb von Rückschlägen nahezu komplett verschont und erzielte hohe Renditen.

Zum Autor: Ekkehard Wiek ist Geschäftsführer der W&M Wealth Managers (Asia) Pte. Ltd. in Singapur und der Asia4Europe Investment GmbH in Ettlingen und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de. In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

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