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US-Unternehmer Reed Hastings: Der Co-Gründer und CEO des Streaming-Dienstes Netflix hat das Fernsehverhalten revolutioniert.  | © Getty Images

Industrie 4.0 Die traditionelle ökonomische Weltkarte gilt nicht mehr

In den vergangenen zehn Jahren hat der technologische Fortschritt die Geschäftsmodelle vieler Unternehmen dramatisch verändert. Ein wichtiger Motor dieser Veränderungen war der Wandel im Vertrieb, der einige zuvor unattraktive Branchen erst interessant gemacht hat.

Reise in die Zukunft

Es ist das Jahr 1989: Im Film „Zurück in die Zukunft II“ reist Marty McFly 26 Jahre in die Zukunft und landet im Jahr 2015. Er findet dort schwebende Skateboards, sogenannte Hoverboards, und Drohnen, die für die Freizeitgestaltung eingesetzt werden. Aber auch Flachbildfernseher und Videokonferenzen gehören zum Alltag dieser erdachten Zukunft.

Zwar bevölkern aktuell noch keine Hoverboards die Straßen der Innenstädte. Dennoch steckt in der Fantasie der Filmemacher einiges an Wahrheit – eine echte Leistung, wenn man bedenkt, wie schwierig es ist, den nächsten großen technologischen Durchbruch vorherzusagen. Für zukunftsorientierte Unternehmen und technisch versierte Startups ist es überlebenswichtig, an diesen Veränderungen teilzuhaben oder von ihren Konsequenzen zu profitieren.

In den vergangenen zehn Jahren sind Unternehmen dazu übergegangen, Probleme zu lösen, die vor einem Jahrzehnt noch gar nicht existiert haben. Entsprechend haben sich auch die Bedürfnisse und Anforderungen der Verbraucher entwickelt. Daraus ist eine Reihe von Chancen für Anleger entstanden.

Technologischer Wandel eröffnet Anlagechancen

Serien-Fans benötigen heute keine Antennenkabel mehr, um eine Folge ihrer Lieblingsserie zu sehen. Und Einzelhändler sind nicht auf mehrere Niederlassungen vor Ort angewiesen, um ihren Kundenstamm zu erweitern.

Einerseits hat der technologische Wandel im Vertrieb etablierte Unternehmen vor enorme Herausforderungen gestellt. Andererseits hat er einige zuvor unattraktive Branchen erst interessant gemacht. Für Investoren eröffnen sich dadurch Anlagechancen in einem wachsenden Universum aus zukunftsorientierten, aufstrebenden Unternehmen. Stichwort: Gaming-Branche.

Cloud-Gaming sorgt für Zeitenwende in der Videospielwelt

Vor zehn Jahren war die Videospielebranche relativ unattraktiv. Die Entwicklung von Hard- und Software war schnelllebig und die Margen entsprechend gering. Zudem belasteten Produktion und Vertrieb den Gewinn, denn die Spiele-CDs mussten erst gebrannt, dann gelagert und anschließend an Groß- und Einzelhändler geliefert werden. Doch seit Kurzem bringt die Cloud neuen Wind in die Branche.

Gaming-Anbieter können die Spiele heute direkt an die Verbraucher weitergeben – und dank Add-ons wie einem Abo-Modell langfristig Kunden an sich binden. Gleichzeitig entwickeln sich Smartphones, Tablets und Fernseher weiter. Das lässt den Spielemarkt zusätzlich expandieren.

Traditionelle Business Software bleibt zurück

In ähnlicher Weise hat sich die Entwicklung der Cloud auch auf die Branche für Business Software ausgewirkt. Einige etablierte Anbieter haben sich den Herausforderungen erfolgreich gestellt. Doch viele traditionelle Firmen haben es nicht geschafft, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Das Ergebnis: Zwischen traditionellen Software-Unternehmen und neuen Markteilnehmern klafft eine Lücke. Für althergebrachte Marktteilnehmer ist das fatal, für innovative Unternehmen dagegen ideal. Sie haben die Möglichkeit, ihren Marktanteil weiter zu steigern.

Was bedeutet dieser Wandel für Anleger?

Das Tempo des technologischen Umbruchs und der damit einhergehenden industriellen Veränderungen wird sich weiter beschleunigen. Zugangsschranken zu Märkten werden sich sukzessive auflösen und ganze Branchen noch stärker in Bewegung geraten. Das wird einen tiefgreifenden Umwandlungsprozess verursachen. Anleger können sich nicht mehr auf die traditionelle ökonomische Weltkarte verlassen. Vielmehr müssen sie offen sein und weltweit nach Investitionschancen suchen. Disruptive Veränderungen finden überall statt.

Zudem sollten Investoren auf das Management zukunftsorientierter Unternehmen hören. So bekommen sie ein besseres Verständnis dafür, was aktuell und künftig die Veränderungen antreibt und wie dieser Wandel die Bereiche eines Unternehmens und seiner Konkurrenten beeinflusst.

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