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Globale Anleihen- und Aktienmärkte

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Kellner am Strand von Ipanema in Rio de Janeiro Foto: IMAGO / Penta Press
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Schwellenländeranleihen

Industrie, Konsum und Tourismus im Aufwind

Michael Arno, Franklin Templeton

Immer wieder werden mein Team und ich von Anlegern gefragt: Wiegt die Rendite, die Schwellenländeranleihen bieten, die Risiken auf, die mit dieser Anlageklasse einhergehen?

Wichtig ist: Schwellenländeranleihen bieten eine Alternative zu Anleihen im Wert von vielen Hunderten Milliarden US-Dollar, die weltweit mit negativen Renditen gehandelt werden. Die Märkte für Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern haben sich in den vergangenen Jahren recht gut entwickelt. Es ist jedoch schwierig zu verallgemeinern, ob die Erträge im Großen und Ganzen den jeweiligen Risiken angemessen sind, da das investierbare Schwellenländer-Universum sehr vielfältig ist.

Anleihen mit bester Bonität sind teuer

Staats- und Unternehmensanleihen aus Schwellenländern mit einem Investment-Grade-Rating haben in der Regel eine längere Duration, ähnlich wie in den entwickelten Märkten. Angesichts von Renditen der Schwellenländeranleihen, die nahe an oder auf historischen Tiefstständen liegen – und dem Risiko, dass die Zinsen für Staatsanleihen der entwickelten Länder weiter steigen könnten, sobald sich die Weltwirtschaft erholt –, ist es derzeit vermutlich nicht ratsam, in Schwellenländeranleihen mit sehr guter und guter Bonität und längeren Laufzeiten zu investieren. Auch die Spreads sind nach wie vor recht gering, so dass nicht ausreichend Spielraum vorhanden sein könnte, um steigende Zinsen in den entwickelten Ländern zu kompensieren.

Gute Wachstumsprognosen des IWF für 2021 und 2022

Vor dem Hintergrund der Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Schwellenländer in den Jahren 2021 und 2022 von 6,7 beziehungsweise 5 Prozent erscheinen hingegen Hochzinsanleihen chancenreich.

Interessant könnten in diesem Bereich vor allem der Industriesektor sowie Hersteller von Verbrauchsgütern sein, die direkt von einer Erholung der Weltwirtschaft profitieren. Darüber hinaus haben chinesische Unternehmen ihren Reiz; allerdings müssen Anleger hier stets die Entwicklung der Verschuldung von Regierung, Unternehmen und Haushalten im Blick behalten. Das gilt insbesondere für den Immobiliensektor. Bei der Auswahl von Hochzinsanleihen sollten Anleger demnach angesichts der erhöhten Ausfallrisiken äußerst selektiv vorgehen.

Wir sehen darüber hinaus Chancen in Schwellenländern, die vom Tourismus und der Erholung der Ölindustrie abhängig sind, sowie in Unternehmensanleihen, die insgesamt von der konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft profitieren können. Außerdem bieten eine Reihe von Staatsanleihen in Hartwährung höhere Renditen, allerdings ist auch hier das Ausfallrisiko recht hoch. Um die Volkswirtschaften der Schwellenländer angesichts der Herausforderungen der Pandemie auf Kurs zu halten, steht der IWF bereit: Er hat die Vergabe von Sonderziehungsrechten (SZR) in Höhe von 650 Milliarden US-Dollar für Schwellenländer angekündigt, die dringend ausreichender Liquidität bedürfen, um die Zeit bis zum robusten Wiederanziehen der Konjunktur zu überbrücken.

Lokalwährungen mit Aufholpotenzial

In Lateinamerika bieten sich außerdem halb-staatliche Wertpapiere sowie Unternehmensanleihen mit kürzerer Duration an, die von der Erholung des Wirtschaftslebens angeschoben werden. Zudem profitieren auch in dieser Region einzelne Staaten von den Sonderziehungsrechten des IWF. Bei Hochzins-Staatsanleihen in Fremdwährung gilt jedoch Vorsicht: Sie unterteilen sich in Anleihen, die zwar hohe Zinsen versprechen, aber zu niedrigen Renditen gehandelt werden, sowie Anleihen, bei denen das Risiko eines Zahlungsausfalls hoch ist. Zwischen diesen beiden Gruppen von (halb-)staatlichen Hochzinsanleihen gibt es derzeit nur wenige interessante Investmentziele.

Die Renditen lokaler Staatsanleihen zogen im ersten Quartal 2021 wieder an, sodass es einige attraktive Bewertungen im BBB- und BB-Bereich gibt. Wo sehen wir die größte Bewertungsanomalie? Große Chancen winken bei den Währungen von Ländern, die stark von Rohstoffexporten abhängig sind: Viele dieser Währungen haben sich ungeachtet der Rally der Rohstoffpreise in den vergangenen Monaten vorerst nur unzureichend entwickelt. Doch das könnte sich unter zwei Bedingungen ändern: Einerseits dürften die Währungen aufwerten, sobald die Zentralbanken in den Schwellenländern beginnen, die Leitzinsen anzuheben, und andererseits breite Impfkampagnen auf den Weg kommen.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Diese Unterlagen sollen ausschließlich allgemeinem Interesse dienen und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder zur Übernahme einer Anlagestrategie zu verstehen. Sie stellen auch keine Rechts- oder Steuerberatung dar.

Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen, Aussagen und Analysen geben die aktuelle Einschätzung zum Erscheinungsdatum (oder in einigen Fällen zu einem bestimmten Datum) wieder und können sich jederzeit ohne Vorankündigung ändern. Die vorliegenden Informationen stellen keine vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region oder einen Markt dar.

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