Erstellen Sie ein kostenloses Konto oder melden Sie sich an.
Vollständigen Artikel freischalten
Märkte bewegen Aktien, Zinsen, Politik. Und Menschen. Deshalb präsentieren wir dir hier die bedeutendsten Analysen und Thesen von Top-Ökonomen - gebündelt und übersichtlich. Führende Volkswirte und Unternehmensstrategen gehen den wichtigen wirtschaftlichen Entwicklungen clever und zuweilen kontrovers auf den Grund.
Da diese Artikel nur für Profis gedacht sind, bitten wir Sie, sich einmalig anzumelden und einige berufliche Angaben zu machen. Geht ganz schnell und ist selbstverständlich kostenlos.
Erfahren Sie mehr über Warum die globale Industrie nur zu einer fragilen Erholung ansetzt
Alle Premium-Inhalte + E-Magazin
Exklusive Event-Einladungen als Erster erhalten
Fonds-Analysen und Vergleichstools
Bitte die E-Mail-Adresse ausfüllen oder über Google oder LinkedIn autorisieren
Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.
oder
Autorisieren Sie sich über LinkedIn in dem gerade geöffneten Tab/Popup.
Ihr LinkedIn-Konto ist uns nicht bekannt.
Um die Autorisierung über LinkedIn zu aktivieren, müssen Sie sich registrieren.
Autorisieren Sie sich über Google in dem gerade geöffneten Tab/Popup.
Andreas Busch arbeitet als Volkswirt bei der Investmentgesellschaft Bantleon.Bildquelle: Thomas Wieland / Canva
Die Industrie hat weltweit schwere Monate hinter sich - doch zuletzt hat sich die Stimmung aufgehellt, wie verschiedene Indikatoren zeigen. Andreas Busch erläutert, warum daraus aus seiner Sicht dennoch kein kräftiger Aufschwung entstehen wird und welche Risiken auch weiterhin bestehen.
Die Industrie hat im vergangenen Jahr weltweit unter Druck gestanden. Die Gründe dafür waren die massiv gestiegenen Energiekosten und Löhne sowie die hohen Zinsen. Außerdem war auf den coronabedingten Nachfrageboom bei Gütern – der den Unternehmen 2021 und 2022 einen massiven Schub beschert hatte – die unvermeidliche Ernüchterung gefolgt. In einzelnen Ländern, allen voran in Deutschland, kam es in dieser Gemengelage zu einer Industrierezession.
Zuletzt hat sich die Stimmung indes aufgehellt. So vollziehen in vielen Regionen die Einkaufsmanagerindikatoren eine Bodenbildung beziehungsweise eine Trendwende. In den USA überschritt der prominente ISM-Index im März beispielsweise zum ersten Mal seit rund anderthalb Jahren wieder die Expansionsschwelle von 50,0 Punkten. In der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft war beim offiziellen EMI des chinesischen Statistikamtes immerhin ein Zwölf-Monats-Hoch zu verzeichnen. In der gebeutelten Eurozone wurde die Expansionsschwelle zwar noch nicht erreicht. Immerhin ging es aber auch hier nach dem Tiefpunkt im vergangenen Sommer stetig aufwärts.
Umfangreicher Abbau der Lagerbestände hat Nachholbedarf erzeugt
Mit Blick voraus deutet einiges darauf hin, dass sich die Lage in den kommenden Monaten weiter verbessern wird. So zeigen einzelne Umfragen, dass der umfangreiche Abbau der Lagerbestände in den vergangenen Quartalen inzwischen einen namhaften Nachholbedarf erzeugt hat.
Darüber hinaus machen die offiziellen Frühindikatoren Mut. So haben die OECD Leading Indicators in den vergangenen Monaten für die meisten Regionen der Welt nach oben gedreht und kündigen eine Fortsetzung der Stimmungsaufhellung an – selbst im stark gezeichneten Deutschland (siehe Abbildung 1). Ein kräftiger Aufschwung dürfte daraus indes nicht entstehen. Denn der Aufstockungsbedarf bei den Lagerbeständen wird voraussichtlich nicht lange tragen, weil die Perspektiven für Konsum und Investitionen kritisch zu beurteilen sind.
Zum einen liegt das an den gestiegenen Zinsen für Unternehmen und private Haushalte, deren Wirkungsverzögerungen erfahrungsgemäß nicht nur variabel, sondern mitunter auch sehr lang ausfallen. Es wäre daher voreilig, Entwarnung zu gegeben. Im Gegenteil: Wie die Gegenüberstellung in Abbildung 2 für die USA zeigt, steht das böse Erwachen erst noch bevor, wenn immer mehr Firmen ihre günstigen Kredite und Anleihen aus Pandemiezeiten zu den aktuellen Konditionen ablösen müssen. Im Regelfall droht mindestens eine Verdopplung der Zinslast.
Bei den privaten Haushalten ist die Situation nicht viel besser, vor allem in den Ländern, in denen eine langfristige Zinsbindung bei der Immobilienfinanzierung üblich ist. Früher oder später werden auch dort die finanziellen Belastungen massiv steigen, zum Beispiel wenn der Umzug in ein anderes Haus ansteht. Auch bei Haushaltsneugründungen sind die Finanzierungskosten deutlich höher als noch vor wenigen Jahren, was sich in einer gesamtwirtschaftlich steigenden Zinslast niederschlagen wird.
Zum anderen ist beim Industrieausblick aus deswegen Vorsicht geboten, weil der Rückenwind abklingen dürfte, der von den Pandemiehilfen für die Konsumenten ausging. In den USA ist beispielsweise der Sparüberhang – der in der Spitze über 2.000 Milliarden US-Dollar betrug – inzwischen auf nur noch rund 30 Milliarden US-Dollar zusammengeschmolzen. Ein ähnliches Bild zeichnen die Geldmengendaten der Fed. Demnach ist der in Pandemiezeiten aufgelaufene Liquiditätsüberhang inzwischen aufgebraucht beziehungsweise von der Inflation aufgefressen worden (siehe Abbildung 3).
Rezessions-Risiko muss weiterhin im Auge behalten werden
Als Fazit bleibt damit festzuhalten, dass die globale Industrie das Tal der Tränen durchschritten hat und zu einer Erholung ansetzt. Diese Belebung dürfte nach Maßgabe verschiedener Frühindikatoren in den kommenden Monaten anhalten und zu weiteren guten Nachrichten führen. In den Himmel wachsen werden die Bäume indes nicht. Vielmehr sollte der Aufschwung fragil verlaufen und anfällig für Rückschläge sein. Selbst das erneute Abrutschen in eine Rezession muss als Risiko im Auge behalten werden.
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen
Ob Analysten, Portfoliomanager oder CEOs: Unsere Experten sind Marktprofis aus dem Asset Management, die ihre Einblicke mit Ihnen teilen. Sie liefern klare Markteinschätzungen, fundierte Analysen und berichten darüber, wie sie ihre Strategien taktisch anpassen.
Neue Artikel verfügbar!
Vertiefen Sie Ihr Fachwissen mit unseren neuesten Insights.
Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie sofortigen Zugang zu allen Premium-Inhalten
Registrierung fast abgeschlossen!Abonnement fast abgeschlossen!
Wir haben Ihnen eine Bestätigungs-E-Mail gesendet.
1
E-Mail-Postfach prüfen
Schauen Sie in Ihr E-Mail-Postfach nach unserer Bestätigungsmail.
2
Spam-Ordner kontrollieren
Falls Sie keine E-Mail erhalten haben, prüfen Sie bitte auch Ihren Spam- oder Junk-Ordner.
3
Link bestätigen
Klicken Sie auf den Bestätigungslink in der E-Mail, um Ihre Registrierung abzuschließen.
Klicken Sie auf den Bestätigungslink in der E-Mail, um Ihre Anmeldung abzuschließen.
Hinweis: Die Bestätigungsmail sollte innerhalb weniger Minuten bei Ihnen ankommen. Sollten Sie nach 10 Minuten noch keine E-Mail erhalten haben, kontaktieren Sie bitte unseren Support.