Kupferrohre. Quelle: Fotolia

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Industriemetall-ETCs: Metalle in Lagerhaltung

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In einem Lagerhaus der Firma C. Steinweg in Hamburg liegen 1.025 Tonnen Kupfer. Aktueller Marktwert: über 7 Millionen Euro. Indirekt gehört es Investoren. Sie hoffen, dass der Kupferpreis höher steigt, als er jetzt ist. Die Londoner Investment-Firma ETF-Securities (ETFS) lässt das Metall hier für sie lagern.

Wer eines der neuen physisch besicherten Zertifikate (Exchange Traded Commodities, ETC) kauft, bekommt seinen Anteil am Kupferberg (ISIN: JE 00B 419 CB8 9). Zwei weitere solche ETCs auf Nickel (JE 00B 3W0 N98 3) und Zinn (JE 00B 4L2 2R3 6) hat ETFS bereits an der Londoner Börse notieren lassen. Aluminium, Blei, Zink und ein Mischkorb sollen folgen. Gelagert wird das Material weltweit in Hallen, die zu einem Verbund der Londoner Börse gehören. 118 sind es derzeit für Metalle außer Eisen.

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Damit setzen die Londoner einen Trend fort. Physisch gedeckte ETCs auf Edelmetalle sind etabliert. Nun liegen bei der New Yorker Börsenaufsicht SEC Anträge von JP Morgan und der Blackrock-Tochter I-Shares auf Kupfer-Produkte. Dem russischen Aluminium-Produzenten Rusal sagt man Pläne für einen Alu-ETC nach. Und der Nickel-Gigant Norilsk Nickel flirtet bereits mit einigen ETC-Anbietern. Harte Fakten lässt jedoch keiner raus. „Wir arbeiten an eigenen Produkten“, sagt ETC-Spezialist Philip Knüppel von der Deutschen Bank.

Die neuen ETCs bilden den echten Börsenpreis der Ware ab, den Spot-Preis. Herkömmliche Zertifikate müssen sich dagegen am Terminmarkt orientieren, was je nach Marktlage Vor- oder Nachteile bringt.

Günstig sind die neuen Metallpapiere jedoch nicht. Neben Managementgebühren von etwa 0,8 Prozent zahlen Käufer auch die Kosten der Lagerung. So veranschlagte ETFS auf Basis der Metallpreise vom November die Kosten für Aluminium auf 6,54 Prozent im Jahr, 1,56 Prozent für Kupfer, 5,67 Prozent für Blei, 0,75 Prozent für Nickel, 0,61 Prozent für Zinn und 6,13 Prozent für Zink.

Bleiben die Lagerkosten stabil und steigt der Metallpreis, wird es günstiger. Bei höheren Kosten und niedrigeren Kursen fallen Miese im Metallgeschäft an. Die starken Preisunterschiede liegen an der unterschiedlichen Dichte der Metalle. Aluminium etwa – niedrige Dichte und ein relativ niedriger Preis – braucht den meisten Platz, und der hat seinen Preis (siehe Grafik).

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