Michael Hackbarth (Gastautor)Lesedauer: 4 Minuten

Portfoliomanager über steigende Preise Inflation begleitet uns noch länger

Europäische Zentralbank in Frankfurt
Europäische Zentralbank in Frankfurt: Die Preise vieler Produkte ziehen an. | Foto: Imago Images / Marcel Lorenz

Seit der Finanzkrise 2008, ausgelöst durch das Platzen der Immobilienblase in den USA und der darauffolgenden Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers, versuchten die globalen Zentralbanken, mit einer massiven Geldausweitung die Wirtschaft zu stützen und die Inflation auf ihre Zielmarken zu heben.

Was die Notenbanken bei den Preissteigerungen über ein Jahrzehnt nicht schafften, demonstrierte die globale Pandemie Covid-19 innerhalb eines Jahres mehr als deutlich. Mit der Ausbreitung des Corona-Virus über alle Kontinente im Frühjahr 2020 und den darauffolgenden Lockdowns kam das gesellschaftliche Leben zum Erliegen, die Industrieproduktion und die Lieferketten brachen zusammen.

Zur Abmilderung der Folgen wurde die Geldmenge nochmals deutlich ausgeweitet und fiskalische Unterstützungsmaßnahmen angekurbelt. Viele Unternehmen mit dem Wissen aus der Finanzkrise glaubten, dass sich die Erholung analog 2008 lange hinziehen würde, stellten daher die Investitionen ein und kürzten ihre Bestellungen bei den Zulieferern, um möglichst wenig Produkte auf Lager zu produzieren.

Die Ölförderstaaten reduzierten die Fördermengen deutlich, nachdem die Nachfrage massiv einbrach und es in einem Öl-Kontrakt zu einem historisch einmalig negativen Preis kam, da die Lager bereits äußerst gefüllt waren und die Angst vor einer Nichtabnahme des geförderten Öls aufflammte.

Während etliche Sektoren und Branchen hart von den Beschränkungen getroffen wurden, konnten andere wiederum direkt von den Lockdowns und dem „work at home“ profitieren, wie Lieferdienste, Online-Handel und Digitalisierungsunternehmen. So konnte beispielsweise die Chipindustrie, ohne neue Kapazitäten aufzubauen, auf Abnehmer aus den „Stay-at-home-Sektoren“ ausweichen, nachdem die Autohersteller ihre Bestellungen reduziert hatten.

Mit den ersten Lockerungen der Pandemiebeschränkungen und dem Beginn der Impfkampagnen kamen die besonders betroffenen Branchen schnell auf die Märkte zurück und trafen auf fehlende Kapazitäten und fragile Lieferketten, welche sich nicht von heute auf morgen aufbauen lassen.

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